Ein entscheidender Moment für das iranische Olivenöl

Neue Möglichkeiten zur Steigerung der Oliven- und Olivenölproduktion sowie zur Förderung der Beliebtheit von Oliven und Olivenöl im Iran.

Als Erzeugerland ist der Iran eher für seine eleganten Teppiche als für sein Olivenöl bekannt. Doch für den iranischen Oliven- und Olivenölsektor könnte sich ein Wendepunkt abzeichnen, da für die kommenden Wochen mehrere wichtige Veranstaltungen geplant sind.

Jean-Louis Barjol, der Exekutivdirektor des Internationalen Olivenrats (IOC), erklärte bei einer Sitzung des Rates am vergangenen Dienstag, dass der Iran unter 43 Oliven produzierenden Ländern den 11. Platz einnehme. Seit 1993, als in drei Regionen die ersten Plantagen für kommerzielle Zwecke angelegt wurden, hat der Iran im Olivenölsektor bedeutende Fortschritte erzielt.

Olivenbäume bedecken mittlerweile etwa 103.000 Hektar, doch der Iran hat noch viel Raum für Wachstum, wie Younes Sinaki, der stellvertretende Landwirtschaftsminister für Handelsangelegenheiten, gegenüber einer lokalen Nachrichtenagentur erklärte.

Sinaki erklärte, der IOC werde die Hälfte des Budgets für mehrere Schulungsworkshops in den Provinzen Zanjan, Gilan und Golestan finanzieren, um das Wissen über den Olivenanbau und die Vermarktung zu verbessern. Barjol selbst besucht heute, am 22. Januar, die Forschungsstationen in Zanjan und Gilan, um die Bedeutung der Region aus Sicht des Rates zu unterstreichen.

Die Olivex, die als Irans „erste internationale Messe für Oliven, Speiseöle, Olivenöl, Ölsaaten, Maschinen und zugehörige Technologien“ beworben wird, findet vom 27. bis 30. Januar im Ausstellungszentrum der Imam-Khomeini-Großmoschee (PBUH) in der iranischen Hauptstadt Teheran statt.

Die Messe wird ausländische und lokale Unternehmen sowie Führungskräfte begrüßen und bietet Branchenexperten und Unternehmern erstmals die Gelegenheit, mehr über den Iran zu erfahren. Die Veranstaltung zielt zudem darauf ab, moderne Technologien und Lösungen vorzustellen, um Investitionen anzuziehen und die lokale Produktion zu steigern, sowie Schwachstellen zu identifizieren und die Probleme zu lösen, die die Branche im Iran betreffen.

Auch wenn die Messe die erste ihrer Art ist, ist Olivenöl im Iran nichts Neues; es wurde bereits in alten iranischen religiösen Hymnen vor 2.000 Jahren erwähnt. Die geografischen Gegebenheiten und das milde Klima in einigen Regionen ermöglichen seit Jahrhunderten den Anbau von Olivenbäumen.

Zu den gängigsten lokalen Sorten gehören Mari, das laut aktuellen Studien einen hohen Gehalt an Sterolen aufweist, sowie Zard und Rowghani.

Die Iraner selbst verbrauchen jedoch nur geringe Mengen an Olivenöl, wobei der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch lediglich 160 Gramm erreicht. Die Organisatoren hoffen, dass diese laufenden Veranstaltungen dazu beitragen werden, dass Olivenöl die Rolle zurückgewinnt, die es historisch in der Wirtschaft und Kultur des Iran spielte.