Libyen hofft, seine Olivenölexporte anzukurbeln

Libyen strebt an, seine wirtschaftliche Abhängigkeit vom Rohöl zu verringern und seine Exporterfolge in einem anderen Bereich zu steigern.

Libyen, der zwölftgrößte Olivenölproduzent der Welt, plant, seine Wirtschaft durch eine verstärkte Ausrichtung auf den Olivenölexport anzukurbeln. Vertreter des Exportförderungszentrums in Tripolis erklärten, Libyen werde die Qualität seiner Olivenproduktion hervorheben, um die Exporte nach Europa auszuweiten. Dabei soll der Privatsektor einbezogen werden, um die Produktivität zu steigern und libyschem Olivenöl eine Nische auf den internationalen Märkten zu erschließen.

Im vergangenen Monat fand in Tripolis eine Ausstellung zu Oliven und Datteln statt, auf der Libyens Oliven- und Olivenölproduktion als potenzielle Handelschance diskutiert wurde. Regierungsvertreter räumten ein, dass die lukrativen europäischen Märkte hohe Erwartungen hinsichtlich der Qualitätsstandards, der Verpackung und der Kennzeichnung von Olivenöl haben. Die Vertreter erklärten, es werde ein nationales Gütesiegel entwickelt, um die Vermarktung zu erleichtern und ein vertrauenswürdiges Image für libysches Olivenöl zu etablieren.

Olivenbäume vertragen Trockenperioden gut, was sie für das trockene Klima Libyens prädestiniert. Das Land verfügt bereits über mehr als 8 Millionen Olivenbäume und produziert jährlich 160.000 Tonnen Oliven sowie 32.000 Tonnen Olivenöl, wie aus Daten des libyschen Landwirtschaftsministeriums hervorgeht. Das Land verfügt über 3,6 Millionen Hektar Ackerland.

Libyen experimentiert mit der Olivensorte Arbequina aus Spanien. Arbequina ist für ihre sehr aromatischen Früchte bekannt. Sie wurde im 17. Jahrhundert in Europa eingeführt und wird heute vor allem in Katalonien angebaut. Nach vielversprechenden Ergebnissen bei der Versuchsanbau dieser Sorte in Libyen wurden im Rahmen von zwei landwirtschaftlichen Projekten mittlerweile mehr als 1.900 Hektar bepflanzt.

Beamte in Tripolis erklärten, der Staat werde sich stärker an der Unterstützung der gesamten Olivenöl-Produktionskette beteiligen, von der Auswahl der anzupflanzenden Sorten bis hin zur Umgestaltung des Verpackungsprozesses. Die Regierung wird zudem Studien zum europäischen Markt in Auftrag geben, um libyschen Exporteuren zu helfen, die bevorstehenden Herausforderungen zu verstehen.