Überwachung der Qualität marokkanischer Olivenöle

Eine in der Fachzeitschrift „Food Chemistry“ veröffentlichte Studie hatte zum Ziel, die Qualität von Olivenölproben aus Nordmarokko zu ermitteln.

Eine aktuelle Studie ergab, dass die Mehrheit der marokkanischen Olivenölproben den Standards des Internationalen Olivenrats (IOC) entsprach.

Obwohl der Olivenanbau seit der Römerzeit Teil der marokkanischen Landwirtschaft ist und Marokko der sechstgrößte Olivenölproduzent der Welt ist, waren die Qualität und die besonderen Zusammensetzungsmerkmale des marokkanischen Olivenöls bislang relativ unbekannt.

Um sicherzustellen, dass das in Marokko produzierte Olivenöl den Standards und Anforderungen des IOC entspricht, machten sich die Autoren einer im Januar in der Fachzeitschrift „Food Chemistry“ veröffentlichten Studie daran, eine Datenbank mit Qualitäts- und Reinheitskriterien für Olivenölproben aus Nordmarokko aufzubauen.

Die Qualität von Olivenöl hängt von mehreren Faktoren ab, darunter die Bodenbeschaffenheit, die klimatischen Bedingungen, die Olivensorte und die Anbaumethoden sowie die Verfahren zur Gewinnung des Olivenöls.

Die Forscher analysierten 279 Proben marokkanischen Olivenöls der vorherrschenden Sorte „Picholine Marocaine“, die in sieben Regionen Nordmarokkos angebaut wird.

Unter Verwendung der vom IOC festgelegten Standards stuften die Forscher 94 Prozent der marokkanischen Olivenöle aus den untersuchten Regionen als extra native Olivenöle ein, während nur 6 Prozent als native Olivenöle eingestuft wurden.

Die marokkanischen Olivenöle erfüllten zudem die IOC-Standards für einfach ungesättigte Fettsäuren, deren Anteil zwischen 75 und 77 Prozent lag. Der Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren betrug 10 bis 12 Prozent, während der Gehalt an gesättigten Fettsäuren in den Olivenölproben zwischen 12 und 13 Prozent schwankte.

Ölsäure war die am häufigsten vorkommende einfach ungesättigte Fettsäure und Linolsäure die am häufigsten vorkommende mehrfach ungesättigte Fettsäure in den untersuchten Olivenölproben.

Während die Mehrheit der Proben die Anforderung von weniger als einem Prozent Linolensäure erfüllte, wiesen 32 Olivenölproben eine Linolensäurekonzentration auf, die über dem vom IOC festgelegten Grenzwert von einem Prozent lag.

Die Autoren stellten die Hypothese auf, dass der hohe Linolensäuregehalt in einigen Olivenölen aus Nordmarokko auf die für diese Olivenanbaugebiete charakteristische Trockenheit und den Temperaturstress zurückzuführen sein könnte.

(Nur ein marokkanisches Olivenöl wurde beim New York International Olive Oil Competition 2015 eingereicht. Die Marke Morok O erhielt für ihre Mischung mittlerer Intensität eine Goldmedaille.)

Die Forscher gaben an, dass die Studie den Aufbau einer Datenbank initiierte, um marokkanische Olivenöle aus einer monomeren Olivensorte anhand ihrer physikalisch-chemischen Qualitätsparameter und Reinheitskriterien zu charakterisieren. Außerdem wurden Gebiete identifiziert, in denen Olivenöl mit höheren Linolensäuregehalten als den in den IOC-Standards festgelegten Obergrenzen produziert wurde.

Die Autoren sind der Ansicht, dass die Fortsetzung dieser Arbeit dazu beitragen könnte, eine umfassende Charakterisierung von nativen Olivenölen aus Marokko zu erstellen.