EU-Bericht prognostiziert einen Anstieg der Olivenölexporte um 45 Prozent bis 2026

Der Bericht gibt einen Überblick über die aktuelle Lage des Oliven- und Olivenölsektors in der Europäischen Union und beleuchtet Herausforderungen und Zukunftsperspektiven.

Ein neuer Bericht des Wissenschaftlichen Dienstes des Europäischen Parlaments bietet einen umfassenden Überblick über den Oliven- und Olivenölsektor der Europäischen Union sowie über die aktuellen Herausforderungen und Zukunftsaussichten.

Die Europäische Union ist der weltweit größte Olivenölproduzent, wobei 70 bis 75 Prozent des weltweiten Olivenölangebots aus neun Ländern stammen: Spanien, Italien, Griechenland, Portugal, Frankreich, Kroatien, Slowenien, Zypern und Malta. Dem Bericht zufolge erstrecken sich die Plantagen in den Olivenanbaugebieten der EU über eine Gesamtfläche von 5 Millionen Hektar mit einem Produktionswert von über 7 Milliarden Euro.

Der Bericht enthält einige interessante Fakten und Zahlen zur Olivenölproduktion in der EU:

  • Mehr als die Hälfte der 5 Millionen Hektar Olivenplantagen in der EU befinden sich in Spanien.
  • Griechenland ist das einzige EU-Land, in dem mehr als 10 Prozent der Olivenhaine für Tafeloliven reserviert sind.
  • Die größten Olivenplantagen befinden sich in Spanien, Italien, Griechenland und Portugal.
  • Spanien hat die größten Olivenplantagen mit einer durchschnittlichen Größe von 5,8 Hektar, gefolgt von Portugal mit 2,8 Hektar. In anderen Ländern beträgt die durchschnittliche Plantagengröße 2 Hektar.
  • 35 Prozent der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte in Spanien arbeiten auf Olivenplantagen.
  • Die meisten Olivenfarmen sind klein und familiengeführt, wobei weniger als 1 Prozent der Arbeitskräfte keine Familienangehörigen sind. In Spanien liegt dieser Anteil bei 17 Prozent.
  • Die Oliven- und Olivenölproduktion machte 2016 in Griechenland und Spanien über 15 Prozent der landwirtschaftlichen Produktion aus.
  • Die Erträge liegen im Durchschnitt zwischen 2.000 und 2.500 Tonnen pro Hektar. Spanien und Italien verzeichnen tendenziell höhere Erträge, doch Trends deuten darauf hin, dass diese in Spanien und Portugal steigen, während sie in Italien und anderen Ländern zurückgehen.
  • Im Jahr 2016 wurden 74 Prozent des Olivenöls der EU in Spanien produziert, während weitere 22 Prozent fast zu gleichen Teilen auf Griechenland und Italien entfielen.
  • Der Preis für Tafeloliven ist stetig gestiegen und lag 2016 zwischen weniger als 60 € pro 100 kg in Portugal und Malta und mehr als 200 € in Griechenland.
  • Der Preis für natives Olivenöl extra reichte 2015 von mehr als 300 € pro 100 Liter in Spanien, Griechenland und Portugal bis zu mehr als 500 € in Italien. In Kroatien und Slowenien sind die Preise bis zu 100 Prozent höher.
  • Der Großteil der EU-Olivenölexporte geht in die USA, nach Japan, China, Kanada, Brasilien und Australien.
  • Die meisten Importe stammen aus Tunesien, Marokko und Syrien und gehen nach Spanien und Italien.
  • Italien ist der größte Importeur von Olivenöl innerhalb der EU, wobei die meisten Importe aus Spanien stammen.

Der Bericht skizziert zudem einige der wichtigsten Herausforderungen, denen sich der Olivensektor der EU gegenübersieht. Er stellt fest, dass die Produktionsprozesse zwar weitgehend traditionell bleiben, in Spanien und Portugal jedoch ein Trend zur Vergrößerung der Plantagen und zur Einführung von Mechanisierung besteht. Eine spanische Forschungsstudie kam zu dem Schluss, dass dieser Ansatz keine „Einheitslösung“ ist, und legt nahe, dass Plantagen ihre Gewinne steigern und Marktvolatilität vermeiden könnten, indem sie sich auf innovative Erntelösungen, neue Sorten und Schädlingsbekämpfung konzentrieren.


© Olive Oil Times | Datenquelle: Internationaler Olivenrat


Marktschwankungen aufgrund unvorhersehbarer Erträge, extremer Wetterbedingungen und Krankheiten gehörten in den letzten Jahren zu den größten Herausforderungen für die Länder in der Olivenanbauregion der EU. Es wird versucht, diese Probleme mit den Risikomanagementinstrumenten anzugehen, die Landwirten im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU zur Verfügung stehen, während andere Initiativen darauf abzielen, Lebensmittelbetrug und Streitigkeiten über die Anwendung von Handelsregeln zu bekämpfen sowie die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Mit Blick auf die Zukunft prognostiziert der Bericht einen Anstieg der EU-Produktion, insbesondere in Spanien, wo bis 2026 ein Anstieg um 10 Prozent erwartet wird, während für Italien ein Rückgang um ein Prozent prognostiziert wird. Im internationalen Handel wird hingegen ein Anstieg der Exporte um über 45 Prozent bis 2026 prognostiziert.

Um diese Ziele zu erreichen, werden Mittel für die Forschung zur Verbesserung verschiedener Aspekte der Produktionskette bereitgestellt, darunter Nachhaltigkeit und Schädlingsbekämpfung, Betrugsbekämpfung sowie das Recycling von Abfällen.

Der vollständige Bericht ist hier verfügbar.