Die Reise eines kroatischen Olivenbauern von seinen familiären Wurzeln zu preisgekrönten Olivenhainen
In die Fußstapfen seines Vaters tretend, hat Krešimir Uroda in Dalmatien einen preisgekrönten Olivenhain angelegt. Nun schafft er auf dem Makirina-Hügel ein neues Reiseziel, bei dem der Schwerpunkt auf nachhaltigen Praktiken liegt.
Dies ist die inspirierende Geschichte von Krešimir Uroda, einem kroatischen Olivenbauern, der auf das angestammte Land seiner Familie in Dalmatien zurückkehrte und – ganz wie die biblische Figur Samson – einen kargen Hügel in einen blühenden Olivenhain verwandelte, der heute eine beliebte Sehenswürdigkeit ist.
Zurück zu den Wurzeln und Aufbau eines Vermächtnisses
Krešimir, heute 43 Jahre alt, begann dieses Unternehmen nach dem Tod seines Vaters Ante. Aufgewachsen in Čakovec im Norden Kroatiens, spürte Krešimir den Ruf seiner Wurzeln und kehrte nach Pirovac zurück, dem Stammhaus seiner Familie an der dalmatinischen Küste.

Die Familie Uroda
Die Geschichte seiner Familie ist eine Geschichte von Verbundenheit und Liebe. Ante, geboren in Pirovac, verliebte sich in Danica, eine talentierte Handballspielerin aus Međimurje. Ihre Liebesgeschichte führte zur Heirat, und sie bauten sich ein Leben in Čakovec auf, wo sie Krešimir und seine beiden Schwestern großzogen. Ante vergaß jedoch nie seine Wurzeln und hatte 15 Jahre vor Krešimirs Rückkehr 370 Olivenbäume auf dem vernachlässigten Familiengrundstück in Pirovac an einem Ort namens Kruška gepflanzt. Er drängte Krešimir oft, den Olivenhain zu übernehmen – ein Wunsch, der mit nachlassender Gesundheit immer dringlicher wurde.
Das Vermächtnis eines Vaters und preisgekröntes Öl
„Ich wollte schon immer zurückkommen; mein Herz zog mich hierher, daher war es keine schwere Entscheidung“, erklärt Krešimir. Im Frühjahr 2018, als sich der Gesundheitszustand seines Vaters ernsthaft verschlechterte, übernahm Krešimir den Olivenhain.

Uroda und seine Verlobte Đurđica mit Reportern von Olive Oil Times und dem kroatischen Fernsehen
In jenem Jahr lieferten die Olivenbäume zum ersten Mal eine reichhaltige Ernte. Krešimir erinnert sich gerne daran, wie er seinen Vater täglich im Krankenhaus besuchte und ihm Fotos der schwer beladenen Olivenzweige zeigte. Obwohl sein Vater die Ernte nicht mehr erleben konnte, gewann das aus dieser ersten „Caca-Ernte“ gewonnene Öl eine Goldmedaille bei der Veranstaltung „Tage des jungen Olivenöls in Dalmatien“.
„Ich habe die Medaille meinem Vater gewidmet. Dieser Erfolg hat mich ermutigt, den Olivenanbau noch ernsthafter zu betreiben“, sagt Krešimir. Es folgten weitere Auszeichnungen, darunter bemerkenswerte 99 von 100 Punkten beim rennomierten Noćnjak in Zadar.
Internationale Anerkennung und ein wachsendes Unternehmen
Krešimirs Engagement für Qualität hat ihm internationale Anerkennung eingebracht. Seine Olivenöle haben bei der weltweit größten Bewertung der Olivenölqualität in New York regelmäßig Goldmedaillen gewonnen, zuletzt zum vierten Mal in Folge.
Um seine Produktion zu erweiteren, hat er auch zweihundert Jahre alte Olivenhaine übernommen. Seine Verlobte Đurđica und zunehmen auch sein Sohn Roko, der sein Studium in Zadar fortsetzen wird, unterstützen ihn bei seiner Arbeit.
Pionierarbeit im Oliventourismus und bei nachhaltigen Praktiken
Über die Produktion von hochwertigem Olivenöl hinaus hat sich Krešimir zu einem Pionier des Oliventourismus in der Region Pirovac entwickelt. Sein „Orkula“-Robinson-Haus, das inmitten des Olivenhans liegt, hat sich als beliebtes Reiseziel erwiesen und war im letzten Jahr für 116 Tage ausgebucht. Es ist ein Paradebeispiel dafür, wie Olivenanbau und Tourismus erfolgreich miteinander verbunden werden können.
Die Gäste von „Orkula“ genießen die Ruhe des Olivenhains, umgeben von den Düften von Lavendel und Rosmarin. Sie befinden sich zudem in der Nähe von Naturattraktionen wie den Nationalparks Krka und Zrmanja, dem Naturpark Vrana-See und dem Aussichtspunkt Kamenjak. Der Flughafen Zadar liegt ebenfalls günstig in der Nähe.
Die positiven Erfahrungen seiner Gäste spiegeln sich in Online-Bewertungen und den Auszeichnungen wider, die er von der Airbnb-Plattform erhalten hat, darunter der Super-Host-Award und der Travelers’ Choice Award von Booking.
Krešimirs Olivenhain dient auch als Bildungszentrum und empfängt Schüler verschiedener Altersgruppen. Schüler der Matija-Gubec-Grundschule in Zagreb nahmen an der Olivenernte teil, während Tourismusmanagement-Studenten aus Šibenik mehr über Premium-Olivenöle und deren medizinische Eigenschaften erfuhren.
Einsatz moderner Techniken für nachhaltiges Wachstum
Krešimir setzt sich zudem für moderne und nachhaltige Olivenanbaupraxis ein. Mitglieder des Verbandes der Olivenanbauer der Gespanschaft Šibenik-Knin „Ultra Extra“ versammelten sich in seinem Haine zu einem Workshop unter der Leitung von Experten der Olivenschnittschule in Zadar. Sie diskutierten die Vorteile der multikonischen oder polykonischen Erziehungsform, einer Technik, die in Regionen wie der Toskana und dem kroatischen Istrien zunehmend an Bedeutung gewinnt. Diese Technik zielt darauf ab, die Olivenerträge zu steigern und die Kosten für Schnitt, Ernte und Pflanzenschutz zu senken.
Die bestehende Plantation, die vor 15 Jahren mit einem Abstand von 4 x 5 Metern angelegt wurde, war überfüllt. Experten demonstrierten die notwendige Kronenumgestaltung, den Übergang von einer kugelförmigen zu einer mehrkegelförmigen Form, und beschneiden etwa 100 der 370 Olivenbäume. Krešimir plant eine schrittweise Umgestaltung, um optimale Ergebnisse zu erzielen, was zu besseren Erträgen und Kosteneinsparungen führen soll.
Schaffung einer Touristenattraktion auf dem Makirina-Hügel
Krešimirs Vision geht über die Olivenölproduktion hinaus. Er verwandelt ein weiteres vernachlässigtes Erbe seiner Vorfahren auf dem Makirina-Hügel in 190 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Mit Hilfe von schweren Maschinen rodete er das Gebiet von Kiefern und Unterholz und terrassierte den steilen Hang in acht Kaskaden. Er plant, lokale Sorten wie Oblica und Lastovka anzupflanzen.
Dieses Vorhaben wird teilweise durch einen Zuschuss in Höhe von 15.000 € von der LAG „More 249“ Vodice gefinanziert. Weitere Investitionen sind zur Verbesserung der Zufahrtsstraße geplant, an der bereits Kreuzwegstationen markiert sind. Die Gemeinde hat versprochen, Fuß- und Radwege zu errichten.
Von diesem Aussichtspunkt aus genießen Krešimir, seine Verlobte Đurđica, seine Mutter Danica und seine Schwester Ana einen atemberaubenden Blick auf Pirovac und die umliegenden Gewässer, darunter den Vrana-See, die Insel Pašman, den Kornati-Archipel und Teile des Velebit-Gebirges. Ein traditioneller Unterstand aus Trockenmauerwerk, eine sogenannte „Bunja“, trägt ebenfalls zum Charme der Landschaft bei. Geplant sind ein kleiner Verkostungsraum für Touristen und eine Aussichtsplattform, was diesen Ort zu einer bedeutenden Touristenattraktion machen dürfte.

Kresimir Uroda und seine Verlobte Đurđica
„Das wird eine Art Touristenattraktion sein“, stimmt Danica zu. Krešimir ist zuversichtlich, dass ihr Olivenanbaubetrieb mit der Unterstützung seiner Familie, Đurđicas und Rokos, weiterhin florieren wird. Er glaubt, dass die Kombination aus hochwertiger Olivenölproduktion und Oliventourismus die Zukunft der Region ist, und betont, dass der Erfolg von Ausdauer abhängt. Sein Mantra für den vollen Erfolg ist einfach: „Gib nicht auf. Zweitens: Gib nicht auf, und drittens – gib nicht auf!“