Andalusien verzeichnet trotz Dürre Rekordexporte bei Olivenöl
Während Andalusien im ersten Halbjahr 2014 Rekordzahlen bei den Olivenölexporten verzeichnet, wird prognostiziert, dass eine Dürre die Zahlen für das nächste Jahr drastisch beeinträchtigen wird.

Die spanische Autonome Gemeinschaft (CCAA) Andalusien verzeichnet für das erste Halbjahr 2014 einen enormen Anstieg der Olivenölexporte. Nach Angaben der andalusischen Außenhandelsförderungsagentur Extenda beliefen sich die Exporte zwischen Januar und Juni 2014 auf 1,07 Milliarden Euro (1,4 Milliarden US-Dollar).
Die Zahlen bedeuten einen Anstieg von 76 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2013. In den letzten Monaten wurde die Region von einer verheerenden Dürre heimgesucht, und es wird erwartet, dass die diesjährige Ernte deutlich geringer ausfallen wird.
Das explosive Wachstum der Exporte in Andalusien ist zum Teil auf den Anstieg der US-Importe von spanischem Olivenöl zurückzuführen, wodurch das Land Italien als weltweit größten Olivenölexporteur ablösen konnte. Die US-Importe von andalusischem Olivenöl haben sich im ersten Halbjahr 2014 verdreifacht. Andalusien ist mit Abstand der größte Olivenölproduzent Spaniens und trägt fast drei Viertel zu den Gesamtexporten des Landes bei.
Die positiven Zahlen sind in der Region willkommen, wo eine weitreichende Dürre die Ernte dieser Saison voraussichtlich vernichten wird. Die Ernte, die von Oktober bis Januar stattfindet, wird im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich um 40 Prozent zurückgehen.
„Nicht einmal die größten Optimisten rechnen mit einer Million Tonnen“, sagte David Erice vom spanischen Kleinbauernverband in einem Interview mit The Guardian. „Wir erwarten eher ein Ergebnis ähnlich wie 2012, als die Produktion bei rund 700.000 Tonnen lag.“
Die überaus erfolgreiche Ernte der letzten Saison trägt ebenfalls zum prognostizierten Produktionsrückgang bei. Die Bäume sind nach einer großen Ernte erschöpft und bringen im folgenden Jahr oft weniger Oliven hervor.
Die Olivenöl-Terminkontrakte für September befinden sich auf dem höchsten Stand seit Juni 2013, da die Verbraucherpreise voraussichtlich um 0,50 € (0,66 $) pro Liter steigen werden. Im Jahr 2012 führte eine weitere verheerende Dürre zu einem Preisanstieg von 13 %.