Europa rückt einem Verbot von nachfüllbaren Olivenölflaschen in Restaurants näher

Nach den vorgeschlagenen Änderungen sollen wiederverwendbare Olivenölflaschen ab dem nächsten Jahr in Restaurants und Cafés in ganz Europa praktisch verboten werden.

Nach den der Europäischen Kommission vorliegenden Änderungsvorschlägen sollen wiederverwendbare Olivenölflaschen ab dem nächsten Jahr in Restaurants und Cafés in der gesamten Europäischen Union praktisch verboten werden. Der Änderungsentwurf zeigt zudem, dass die Europäische Kommission neue Vorschriften hinsichtlich der Angabe von Erntedaten auf Olivenöletiketten sowie der Mindestschriftgröße für bestimmte Angaben auf dem Etikett befürwortet.

Die Maßnahmen sind in einem Gesetzentwurf (auf Französisch) enthalten, der kürzlich von der EK online gestellt wurde. Der Entwurf betrifft Änderungen an der EU-Verordnung 29/2012 über Vermarktungsnormen für Olivenöl und soll laut Einleitung dazu dienen, „die Verbraucher besser zu schützen und zu informieren … sowie die wirksame Überwachung der Einhaltung dieser Normen zu verbessern“. Er enthält den Hinweis, dass er noch Gegenstand interner Konsultationen ist und sich wahrscheinlich noch ändern wird.

Zu den Maßnahmen gehören:

– Nicht wiederbefüllbare Behälter: Olivenöle, die Gästen in Hotels, Restaurants und Cafés angeboten werden, müssen in nicht wiederbefüllbaren, ordnungsgemäß gekennzeichneten Verpackungen angeboten werden.

Dies soll die Qualität und Echtheit dieser Olivenöle gewährleisten, heißt es im Entwurf.

– Lesbarkeit der Etiketten: Bestimmte Angaben auf dem Etikett, darunter die Herkunft des Öls, müssen im Hauptsichtfeld auf dem Behälter erscheinen. Diese vorgeschriebenen Angaben müssen in Buchstaben mit einer Mindesthöhe von 2 mm bei Mengen bis zu 25 ml, 3 mm bei Mengen über 25 ml bis zu 100 ml und 4 mm bei Mengen über 100 ml erscheinen.

Eine gute Lesbarkeit wird als wichtig angesehen, um den Verbrauchern die Produktauswahl zu erleichtern.

– Erntedatum: Dieses darf nur dann auf dem Etikett erscheinen, wenn der gesamte Inhalt aus dieser Ernte stammt.

Dies soll den Verbrauchern helfen, die Frische des Produkts sicherzustellen.

– Lagerbedingungen: Der Hinweis, dass Olivenöl vor Licht und Wärme geschützt gelagert werden sollte, muss deutlich auf der Verpackung oder einem angebrachten Etikett erscheinen.

Dies soll sicherstellen, dass Verbraucher angemessen über die optimale Lagerung informiert werden.

– In reinem Olivenöl konservierte Lebensmittel: Die derzeitige Vorschrift, dass auf Etiketten von in Olivenöl konservierten Lebensmitteln (außer Sardinen und Thunfisch) der prozentuale Anteil des Öls am gesamten Nettogewicht des Lebensmittels angegeben werden muss, würde entfallen. Stattdessen sollte auf dem Etikett vermerkt werden, dass das Lebensmittel ausschließlich in Olivenöl konserviert wurde.

Dies soll den Verbrauchern mehr Klarheit verschaffen.

– Sanktionen und Kontrollen: Jeder EU-Mitgliedstaat muss auf nationaler Ebene wirksame, verhältnismäßige und abschreckende Sanktionen festlegen. Außerdem müssen die Mitgliedstaaten Kontrollen durchführen, um die Richtigkeit der Angaben auf dem Etikett und die Einhaltung der Verordnung sicherzustellen. Werden Unregelmäßigkeiten festgestellt, müssen sie eine Prüfung beantragen. Darüber hinaus müssen sie der Europäischen Kommission jährlich einen Bericht mit genauen Angaben zu diesen Kontrollen vorlegen.

Übergangszeitraum

Es wird vorgeschlagen, dass die Änderungen ab dem 1. Januar nächsten Jahres in allen EU-Mitgliedstaaten gelten. Produkte, die den geltenden Vorschriften entsprechen und vor 2014 in der EU hergestellt, gekennzeichnet oder in die EU importiert wurden und sich im Umlauf befinden, könnten jedoch verkauft werden, bis die Bestände aufgebraucht sind.

Weitere Einzelheiten zum Aktionsplan für den EU-Olivenölsektor werden erwartet

Eine indikative Abstimmung über die Änderungsentwürfe steht auf der Tagesordnung der Sitzung des Verwaltungsausschusses für die gemeinsame Organisation der Agrarmärkte der Europäischen Kommission, die am 6. Februar in Brüssel stattfindet.

Wie bereits von Olive Oil Times berichtet, hat die Europäische Kommission zudem einen separaten Gesetzesentwurf zur Änderung der Verordnung 2568/91 über die Merkmale von Olivenöl und die Analysemethoden ausgearbeitet. Dieser Entwurf, der die Mitgliedstaaten dazu verpflichten würde, mindestens eine gezielte Kontrolle pro 1000 Tonnen des in ihrem Hoheitsgebiet vermarkteten Olivenöls durchzuführen, und von Personen oder Einrichtungen, die Olivenöl lagern, die Führung eines Registers über Ein- und Ausgänge verlangt, steht ebenfalls auf der Tagesordnung.

Die beiden Entwürfe enthalten einige der Maßnahmen, die der EU-Kommissar für Landwirtschaft, Dacian Cioloş, in seinem Aktionsplan für den EU-Olivenölsektor vorgeschlagen hat, der im vergangenen Juni zur Diskussion veröffentlicht wurde. Den endgültigen Plan hat er noch nicht bekannt gegeben.