Griechenland weist kretische Olivenölproduzenten ab, die um Hilfe bitten

Kretische Olivenölproduzenten, die nach den verheerenden Wetterbedingungen Hilfe suchen, müssen sich zunächst an die Europäische Union wenden.

Greek Government Turns Away Cretan Olive Oil Producers

Kretische Olivenölproduzenten, die nach verheerenden Wetterbedingungen direkte Hilfe von der griechischen Regierung beantragt hatten, müssen sich nun zunächst an die Europäische Union wenden.

Der kretische Verband der Olivenölproduzenten (SEDIK) sandte Ende dieses Sommers ein Schreiben an das Ministerium für ländliche Entwicklung (MRDF) und die griechische Landwirtschaftsversicherungsorganisation (ELGA), in dem er die Schäden darlegte, die in diesem Jahr an den kretischen Olivenölkulturen entstanden sind.

Verschiedene ungünstige Wetterbedingungen trafen die Insel zu einem kritischen Zeitpunkt der Olivenölsaison. SEDIK schätzte die Einkommensverluste auf 150 bis 200 Millionen Euro und bat um Hilfe und Unterstützung.

„ELGA ist nicht unserer Meinung. Doch diese Verluste sind gravierend und haben unsere Olivenölproduktion erheblich dezimiert, was zu einem Rückgang von bis zu 70 Prozent geführt hat. Das ist ein massiver Schlag für die Wirtschaft Kretas“, sagte Dr. Nikos Michelakis, wissenschaftlicher Berater des Verbandes der kretischen Olivenanbaugemeinden, in einem Interview mit Olive Oil Times.

In dem Schreiben der SEDIK hieß es, dass die Olivenernte auf Kreta aufgrund der extremen Wetterbedingungen von Mai bis Anfang Juni dezimiert wurde. Eine Kombination aus warmen Südwinden, die zunehmend häufiger aus Afrika wehten, und Temperaturen, die über längere Zeiträume bei über 40 °C oder 104 °F lagen.

SEDIK hatte eine Änderung der ELGA-Satzung angestrebt, damit die kretischen Erzeuger eine Entschädigung erhalten könnten. In Nordgriechenland wurden Landwirte aufgrund frostiger Wetterbedingungen entschädigt. SEDIK forderte, dass auch andere bedrohliche Naturereignisse für eine Entschädigung berücksichtigt werden. Die Wetterbedingungen dieses Sommers führten dazu, dass die Oliven austrockneten und vorzeitig abfielen.

„Die Antwort von ELGA lautet, dass die Verluste nicht erstattungsfähig sind. Darüber hinaus ist ELGA der Ansicht, dass die Schäden nur durch staatliche Beihilfen gedeckt werden können, die von der EU genehmigt werden“, sagt Michelakis. „Diese Art von Beihilfen kann jedoch erst nach einem langwierigen Verfahren durch die EU bewilligt werden. Dies führt natürlich zu einer begrenzten Entschädigung und einer Verzögerung der Zahlungen um mehr als zwei bis drei Jahre. Dieses Ergebnis enttäuscht die Erzeuger auf Kreta.“