Hohe Durchfallquote bei Qualitätskontrollen in der Tschechischen Republik

Die Lebensmittelkontrollbehörden stellten fest, dass acht von 18 Proben nicht den europäischen Qualitätsstandards und Kennzeichnungsvorschriften entsprachen.

Bei einer Kontrollkampagne der Staatlichen Behörde für Landwirtschafts- und Lebensmittelkontrolle (SZPI) in der Tschechischen Republik wurden bei fast der Hälfte der untersuchten Olivenölproben Mängel festgestellt.

Die Testreihe stellte sicher, dass die extra nativen und nativen Olivenöle verschiedener Länder den europäischen Qualitätsstandards und Kennzeichnungsvorschriften entsprachen.

Die Ergebnisse waren alarmierend: Acht von 18 Proben entsprachen nicht den Vorgaben. Sieben dieser Proben waren kein natives Olivenöl extra, wie auf der Verpackung angegeben, sondern von minderer Qualität. Zudem wies eine Probe weitere Mängel bei der Kennzeichnung auf.

Siehe auch: Vorwurf des weitverbreiteten Betrugs löst Kontroverse in Spanien aus

Die nicht konformen Proben stammten aus Spanien, Griechenland und Tunesien. Die SZPI hat die Behörden in diesen Ländern über die Ergebnisse informiert und die Verkäufer angewiesen, die betroffenen Chargen vom Markt zu nehmen. Die Behörde wird zudem Verwaltungsverfahren in Form von Bußgeldern einleiten.

Diese Kontrollkampagne ist Teil der laufenden Bemühungen der SZPI, die Einhaltung der europäischen Standards für Lebensmittelsicherheit sicherzustellen. Im Jahr 2023 fielen 67 Prozent der untersuchten Olivenölproben bei der Kontrolle durch, was auf eine leichte Verbesserung der Konformitätsraten in diesem Jahr hindeutet.

Die Tschechische Republik, in der fast 11 Millionen Menschen leben, produziert kein Olivenöl. Nach Angaben des Internationalen Olivenrats verbrauchte das Land im Erntejahr 2023/24 2.800 Tonnen, die niedrigste Gesamtmenge seit 2003/04.

Im Jahr 2023, dem letzten Jahr, für das vollständige Daten vorliegen, führte die Europäische Union 4.357 Etikettenkontrollen durch und identifizierte dabei 724 Olivenöle, die nicht den EU-Anforderungen entsprachen.

Die höchste Zahl an Verstößen gegen die Kennzeichnungsvorschriften wurde bei Marken für natives Olivenöl extra in Nicht-Erzeugerländern festgestellt, wobei 124 von 472 Proben die EU-Vermarktungsnormen nicht erfüllten, die eine korrekte Bezeichnung, Herkunftsangabe und Lagerungshinweise gewährleisten.

Siehe auch: Verfälschtes Olivenöl entfacht Debatte über Tests in Nordzypern

Bei nativem Olivenöl extra aus Erzeugerländern war die Nichtkonformitätsrate deutlich geringer – 492 von 3.299 Proben –, während andere Olivenölqualitäten aus Erzeuger- und Nicht-Erzeugerländern in 18 Prozent der Fälle nicht den Anforderungen entsprachen.

Die EU führte zudem 3.023 Kategorieprüfungen durch und identifizierte dabei 1.030 Proben, die nicht der Kategorie entsprachen.

Kategorieprüfungen stellen sicher, dass Olivenöl die Qualitätsanforderungen für seine Güteklasse erfüllt, und bestimmen die Reinheit. Die EU nutzt Kategorieprüfungen, um Betrugsfälle aufzudecken. Schwerwiegende Unregelmäßigkeiten bei diesen Kontrollen können zur Rücknahme des Produkts vom Markt, zu Geldstrafen für Hersteller oder Händler und in den extremsten Fällen zu strafrechtlicher Verfolgung führen.

Die europäischen Behörden stellten fest, dass 37 Prozent der Proben von nativem Olivenöl extra aus Erzeuger- und Nicht-Erzeugerländern gegen die EU-Vorschriften verstießen. Auf die Erzeugerländer entfielen 743 Verstöße bei 2.036 Proben, während in Nicht-Erzeugerländern 125 Verstöße bei 336 Proben festgestellt wurden.

Fast ein Viertel der von der EU analysierten Proben anderer Olivenölsorten erfüllte die Qualitäts- und Reinheitsanforderungen nicht, wobei die Behörden 162 von 651 Proben beanstandeten.