Der steigende Wert der Exporte von nativem Olivenöl extra beflügelt Italiens Agrar- und Lebensmittelsektor

Ein Anstieg des Exportwerts für italienisches natives Olivenöl extra um 45 % auf nunmehr 2,5 Milliarden Euro trug maßgeblich zu den rekordverdächtigen Agrar- und Lebensmittelexporten des Landes in Höhe von 69 Milliarden Euro bei.

Der Wert der italienischen Exporte von nativem Olivenöl extra belief sich im Jahr 2024 auf 2,5 Milliarden Euro, was laut einer Analyse regionaler Daten des italienischen Statistikamtes Istat, die vom Bauernverband Coldiretti ausgewertet wurde, einem Anstieg von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Mit dem höchsten Wertzuwachs trug natives Olivenöl extra dazu bei, die italienischen Agrar- und Lebensmittelexporte auf einen Rekordwert von 69 Milliarden Euro zu steigern.

Der Wertzuwachs ist ein entscheidender Aspekt, da er nicht nur die Vorstellung untermauert, dass Italien ein wichtiger Produzent von hochwertigen nativen Olivenölen extra ist, sondern auch ein gesteigertes Bewusstsein der Verbraucher zeigt“, sagte Nicola Di Noia, Generaldirektor des Olivenölproduzentenverbands Unaprol, gegenüber Olive Oil Times. 

Siehe auch: EU hebt Zölle auf chilenische Olivenölimporte auf

Italien verfügt über eine außer­ge­wöhn­liche bi­o­diver­sität an Oliven­sorten, so dass die Verbraucher eine große Aus­wahl an italienischen extra­vir­gin-Olivenölen mit un­ter­schie­denen Geschmacks­pro­fi­len vor­finden, die sich aus dem Reichtum an Sorten und Regionen des Landes er­geben“, fügte er hinzu.

Coldiretti hob hervor, dass die Exporte der führenden Agrar- und Lebensmittelprodukte des Landes allesamt im Aufwind sind. 

Wein war mit einem Wert von 8,1 Milliarden Euro und einem Wachstum von 5,5 Prozent zum Ende des letzten Jahres das führende Produkt. Frisches und verarbeitetes Obst und Gemüse erreichten einen Wert von 6,5 Milliarden Euro bzw. 5,7 Milliarden Euro, was einem Anstieg von sechs Prozent entspricht. 

Die Käseexporte stiegen um neun Prozent und erreichten einen Wert von 5,4 Milliarden Euro. Es folgte Pasta mit einem Wachstum von fünf Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Wurstwaren und Fisch erreichten 2,3 bzw. 1 Milliarde Euro.

Die Vereinigten Staaten sind der größte Markt für italienisches Olivenöl, gefolgt von Deutschland, Frankreich, Kanada und Japan. In Japan verzeichnete der Wert der italienischen Exporte von nativem Olivenöl extra Ende 2024 einen Anstieg von 56 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Neue Daten des Internationalen Olivenölrats (IOC) zeigen, dass die italienischen Olivenölexporte in die USA im Erntejahr 2023/24 113.135 Tonnen erreichten, was einem leichten Anstieg (drei Prozent) im Vergleich zum vorangegangenen Erntejahr entspricht.

Die IOC-Daten zeigen, dass Italien, Spanien, Tunesien und die Türkei in den letzten sechs Jahren zu den führenden Lieferanten von Olivenöl in die USA gehörten. Auf diese Länder entfallen zusammen 86 Prozent der gesamten Importe des Landes.

Coldiretti erklärte in einer aktuellen Pressemitteilung, dass die italienischen Agrar- und Lebensmittelexporte, ein wichtiger Wirtschaftsfaktor des Landes, das Potenzial haben, bis 2030 einen Wert von 100 Milliarden Euro zu erreichen. 

Ihr Wert in den USA belief sich Ende letzten Jahres auf 7,8 Milliarden Euro – ein Rekord, der durch die Androhung von Zöllen durch Präsident Donald J. Trump gefährdet ist.

Die Erzeugerorganisation stellte fest, dass die Annahme eines zusätzlichen Zolls von 25 Prozent auf italienische Agrar- und Lebensmittelexporte zu einem Umsatzrückgang führen könnte, mit dem weiteren Risiko, die Fälschungsindustrie anzukurbeln. 

Schätzungen zufolge würden amerikanische Verbraucher bei einer Einführung der Zölle 2 Milliarden Euro mehr bezahlen, davon fast 500 Millionen Euro mehr für Wein, rund 240 Millionen Euro mehr für Olivenöl, 170 Millionen Euro mehr für Pasta und 120 Millionen Euro mehr für Käse.