Spanien löst Italien als größten Olivenölexporteur in die USA und nach Japan ab

Der weltweit führende Olivenölproduzent erreichte dank einer Rekordernte und schwacher Ergebnisse bei den europäischen Mitbewerbern einen neuen Meilenstein.

Laut einem am Montag von der spanischen Organisation „Interprofesional del Aceite de Oliva“ veröffentlichten Bericht hat Spanien Italien zum ersten Mal in der Geschichte als weltweit führenden Olivenölexporteur in zwei Schlüsselmärkten – den Vereinigten Staaten und Japan – überholt.

Der Bericht zeigt, dass die Vereinigten Staaten in den ersten sechs Monaten des Jahres 2014 insgesamt 159.023 Tonnen Olivenöl importierten, von denen 45,14 Prozent (71.800 Tonnen) spanischen Ursprungs waren. Japan importierte unterdessen 12.953 Tonnen spanisches Olivenöl, was 47,08 Prozent seiner Gesamtimporte ausmachte. Die Vereinigten Staaten und Japan sind derzeit weltweit der zweit- bzw. siebtgrößte Importeur von Olivenöl.

Seit Jahren hält die EU-Nation den Titel als weltweit führender Produzent und Exporteur von Olivenöl. In diesem Jahr haben jedoch die Kombination aus einer Rekordernte (1.774.200 Tonnen) und schlechten Erträgen in Griechenland, Italien, Tunesien und Marokko Spanien dabei geholfen, neue Meilensteine wie diesen zu erreichen, den Interprofesional del Aceite de Oliva nach eigenen Angaben seit Jahrzehnten angestrebt hat.

Tatsächlich lag Spanien vor 20 Jahren mit einem Volumen von rund 7.500 Tonnen nur auf Platz drei der Liste der Olivenölexporteure in die Vereinigten Staaten. In der ersten Hälfte des Jahres 1995 exportierte Spanien lediglich 1.759 Tonnen nach Japan.

„Heute sind wir nicht nur weltweit führend, sondern können diese Führungsrolle auch in Märkten übernehmen, in denen wir mit einem erheblichen Nachteil gestartet sind“, sagte Rafael Pico, Sprecher von Interprofesional del Aceite de Oliva.

Spanien hat auch große Fortschritte bei der Förderung der Qualität seines Olivenöls gemacht und Italien in diesem Jahr als das Land überholt, das bei der New York International Olive Oil Competition 2014 die meisten Auszeichnungen mit nach Hause nahm.

„Wir haben Italien in den USA und Japan geschlagen, aber wir sollten uns nicht zu sehr darauf versteifen“, fügte Pico hinzu. „Spanien ist auf den südostasiatischen Märkten schon seit langem führend. In Ländern wie China und Indien gibt es eine wachsende Mittelschicht, die gerne hochwertige Produkte konsumiert.“

Pico erklärte, dass Spanien nun sein Augenmerk auf Deutschland richte, einen Markt, auf dem Italien 80 Prozent der insgesamt 50.000 Tonnen jährlicher Importe kontrolliere, verglichen mit Spaniens 10 Prozent.