Herzegowina blickt auf das Adria-Olivenöl-Symposium voraus
Die Olivenbauern aus der Herzegowina bereiten sich darauf vor, gemeinsam mit ihren Kollegen aus Kroatien, Slowenien und Montenegro im September dieses Jahres am Internationalen Adria-Olivenöl-Symposium in Postira, Kroatien, teilzunehmen. Die dreitägige Veranstaltung wird den wachsenden Ruf der Region für hochwertige native Olivenöle extra hervorheben und neue Möglichkeiten für grenzüberschreitende Zusammenarbeit schaffen.
Olivenbauer aus Herzegowina sehen dem Internationalen Symposium über Olivenöle aus Kroatien und der Adriaküste, das vom 16. bis 18. September in Postira auf der kroatischen Insel Brač stattfinden soll, mit großer Vorfreude entgegen.
„Wir werden gerne daran teilnehmen“, sagte Prof. Marko Ivanković, Direktor des Föderalen Agromediterranen Instituts (FAZ) in Mostar, der größten Stadt Herzegowinas und einer Region, in der seit Jahrhunderten Oliven angebaut werden. Lokale Produzenten und Experten freuen sich besonders darüber, dass das Symposium Vertreter aus allen vier Ländern der östlichen Adria – Kroatien, Slowenien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro – mit Forschern, Pädagogen und Fachleuten aus der Gastronomie aus aller Welt zusammenbringt.
Wachsende Anerkennung für Öle aus Herzegowina
Für die Produzenten aus Herzegowina ist die Veranstaltung eine Gelegenheit, Öle zu präsentieren, die in letzter Zeit internationale Anerkennung gefunden haben. „Herzegowinische Olivenöle gelten mittlerweile als Premium-Qualität, obwohl bis vor kurzem nur wenige außerhalb von Bosnien und Herzegowina von ihnen gehört hatten“, sagte Ivanković.

Marko Ivanković, Direktor des Föderalen Agromediterranen Instituts (FAZ) in Mostar
Die Renaissance des Olivenanbaus in der Region begann erst vor 15 Jahren, als nur 80 Hektar bewirtschaftet wurden. Heute liegt die Zahl bei 668 Hektar, mit dem strategischen Ziel, bis 2030 1.000 Hektar zu erreichen. Die jährliche Produktion, die derzeit bei etwa 380.000 Litern liegt, soll sich in den kommenden Jahren verdoppeln.
Die Grundlage für dieses Wachstum ist solide: ein nahezu ideales Terroir aus Boden, Klima und Wasser; ein Sensorik-Panel; sowie die Gründung der Herzegowinischen Vereinigung der Olivenbauern und -produzenten (HUUM) im Jahr 2020, die Kroaten, Bosniaken und Serben zusammenbringt. Gemeinsam haben FAZ und HUUM den Status einer geschützten Ursprungsbezeichnung (g.U.) gesichert, die regionale Marke „Golden Drops of Herzegovina“ eingeführt und strenge Qualitätsprüfungssysteme entwickelt.
Aktuelle Laboranalysen bestätigen die hervorragende Nährstoffqualität der Öle. Beim jüngsten Festival „Tagen der Oliven und des Olivenöls“ enthielten 60 Prozent der getesteten Proben 250 Milligramm oder mehr Polyphenole pro Liter – und erfüllten damit die Verordnung der Europäischen Union über gesundheitsbezogene Angaben (EU 432/2012). „Öle, die reich an Polyphenolen sind, haben größere gesundheitliche Vorteile“, erklärte Ivanković.
Diese Eigenschaft hat zu internationalem Erfolg geführt. Beim Weltolivenölwettbewerb 2025 gewannen alle elf herzegowinischen Beiträge Medaillen – sechs Gold- und fünf Silbermedaillen.
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Das Symposium wird auch als Forum für eine engere Zusammenarbeit unter den olivenanbauenden Ländern der Adria dienen. Ivanković plant, ein grenzüberschreitendes Projekt vorzuschlagen, um das Terroir der östlichen Adria im Detail zu untersuchen. „Wir könnten die Frage beantworten, warum unsere Öle eine so hohe Qualität erreichen und warum sie höhere Marktpreise erzielen als die aus Italien, Spanien, der Türkei oder Griechenland“, sagte er.
Herzegowina, so merkte er an, liege am nördlichsten Rand der für den Olivenanbau geeigneten Gebiete. Sein einzigartiges Klima – heiße Tage und kühle Nächte – berge zwar Frostgefahren, begünstige aber auch einen hohen Polyphenolgehalt in den Ölen. „Vielleicht ist das, was einst ein Nachteil war, unter den Bedingungen des Klimawandels zu einem Vorteil geworden“, fügte Ivanković hinzu.
Eine Marke und eine Zukunft aufbauen
Über das Labor und die Olivenhaine hinaus entwickelt Herzegowina den Öltourismus. Das geplante Projekt „Olive Oil Roads of Herzegovina“ zielt darauf ab, ein Netzwerk von bis zu 12 Verkostungsräumen aufzubauen, um Olivenöl neben anderen lokalen Produkten zu fördern. Zu den langfristigen Zielen gehört es, die Initiative auf alle vier adriatischen Länder auszuweiten.
„Die kommenden Jahre werden harte Arbeit erfordern, um unsere Marke zu fördern und Herzegowina als anerkannte Olivenanbauregion zu etablieren“, sagte Ivanković. „Eines unserer Ziele ist es, im nächsten Jahr mindestens 30 Proben nach New York zu schicken. Es gibt keine bessere Werbung für Produzenten, als ein ganzes Jahr lang im Official Guide to the World’s Best Olive Oils vorgestellt zu werden.“
Postira im Rampenlicht
Das Symposium in Postira wird am 16. September mit einer Begrüßung durch den Herausgeber der Olive Oil Times, Curtis Cord, und den kroatischen Minister für Tourismus und Sport, Tonči Glavina, eröffnet. Drei Tage lang nehmen die Teilnehmer an geführten Verkostungen, Workshops, Fachvorträgen und Live-Kochvorführungen teil und erkunden dabei die alten Olivenhaine von Brač – Heimat von mehr als einer Million Bäumen.
Die Veranstaltung endet mit einer Feier zu Ehren herausragender Produzenten und zur Würdigung des wachsenden Einflusses der östlichen Adria in der Welt des nativen Olivenöls extra. Die Organisatoren werden außerdem die „Olive Oil Times Champion of Excellence“-Auszeichnungen an Personen verleihen, deren Vision und Führungsstärke den Sektor maßgeblich vorangebracht haben.