Olivenhaine sind Vorreiter bei den Bemühungen zur Förderung des ökologischen Landbaus in Spanien

In Spanien erstrecken sich die Bio-Olivenhaine bereits über eine Fläche, die größer ist als Luxemburg. Der Olivenanbau ist zudem die am zweitschnellsten wachsende Kategorie der Bio-Anbauflächen.

Spanien ist laut Luis Planas, dem Minister für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung, auf dem besten Weg, eines der wichtigsten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, die die Europäische Kommission Anfang dieses Jahres festgelegt hat.

Im März kündigte die Kommission einen Plan an, den Anteil der landwirtschaftlichen Flächen, die nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus bewirtschaftet werden, bis 2030 auf 25 Prozent zu erhöhen. Planas erklärte, dass bereits im vergangenen Jahr 10 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen Spaniens ökologisch bewirtschaftet wurden.

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Vorreiterrolle spielen dabei die Olivenhaine des Landes. Nach Angaben des Ministeriums ist jeder zehnte Hektar ökologisch bewirtschafteter Anbaufläche in Spanien Olivenhainen gewidmet. Ökologische Olivenhaine bedecken 222.723 Hektar – eine Fläche größer als Luxemburg – in 16 der 17 autonomen Gemeinschaften des Landes.

Insgesamt erbringen die biologischen Olivenhaine einen Jahresertrag von etwa 326.000 Tonnen Oliven, von denen 99 Prozent für die Olivenölproduktion verwendet werden.

Andalusien beherbergt den größten Anteil an biologischen Olivenhainen – 88.691 Hektar – und insgesamt etwa 1,1 Millionen Hektar biologisch bewirtschaftete Anbauflächen. Castilla-La Mancha folgt dicht dahinter mit 74.154 Hektar biologischen Olivenhainen und 423.000 Hektar biologisch bewirtschafteter Anbauflächen.

Autonome Gemeinschaft
Bio-Olivenhaine (ha)
Zertifiziert biologisch im Jahr 2020 (ha)
Olivenproduktion (Tonnen)
Andalusien
88.691
9.631
133.916
Aragón
4.420
797
3.623
Asturien
0,03
0
0
Balearen
1.056
123
1.753
Baskenland
25
0,1
10
Kanarische Inseln
62
0
325
Kastilien-La Mancha
74.154
4.081
106.799
Kastilien und León
697
11
382
Katalonien
8.870
372
19.907
Extremadura
29.131
979
41.842
Galicien
179
2
116
Madrid
3.716
40
2.257
Murcia
4.583
129
6.110
Navarra
813
26
636
La Rioja
736
14
2.209
Valencia
5.589
398
5.944
Quelle: Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung

Kantabrien, an der Nordküste Spaniens am Golf von Biskaya gelegen, ist die einzige autonome Region ohne Bio-Olivenhaine.

Von den acht wichtigsten Dauerkulturen, die vom Ministerium erfasst werden, gibt es mehr Olivenhaine als jede andere Art. Baumnüsse sind die zweitgrößte Kategorie, wobei 196.941 Hektar für den ökologischen Anbau genutzt werden.

Olivenhaine sind zudem die am zweitschnellsten wachsende Anbaukategorie, die in den ökologischen Landbau übergeht.

Im Jahr 2020 wurden erstmals 16.600 Hektar Olivenhaine als biologisch zertifiziert. Weitere 19.400 Hektar befinden sich im Umstellungsprozess auf den biologischen Anbau. Mandeln sind die einzige Kultur, die schnellere Wachstumsraten bei der Bio-Zertifizierung verzeichnete.

Insgesamt verzeichnete Spanien im Jahr 2020 einen Anstieg der ökologischen Anbauflächen um 3,5 Prozent auf insgesamt 2.437.891 Hektar. Nur Australien und Argentinien widmen mehr Land dem ökologischen Landbau.

Neben dem Anstieg der ökologischen Landwirtschaft gab das Ministerium an, dass die Zahl der als ökologisch zertifizierten Erzeuger im Jahr 2020 ebenfalls um sechs Prozent gestiegen sei. Derzeit gibt es im Land 44.493 ökologische Landwirtschaftsbetriebe.