Olivenpressrückstände als Substrat für das Pilzwachstum patentiert
MISUR, ein Spin-off-Unternehmen der Universität Granada, hat ein Substrat für den Pilzanbau auf der Basis von Oliventrester entwickelt.
Ein weiteres Anwendungsgebiet für Abfälle aus der Olivenölverarbeitung wurde kürzlich von MISUR, einem Spin-off-Unternehmen der Universität Granada, patentiert. Das Unternehmen hat ein Substrat für den Pilzanbau entwickelt, das auf dem als „Alperujo“
– oder Trester – bekannten Nebenprodukt der Olivenölgewinnung basiert.
Das Produkt, das aus einem der Rückstände gewonnen wird, die nach dem Mahlen und der Extraktion von Olivenöl in Ölmühlen übrig bleiben, wird vom Unternehmen als Dünger in Säcken vermarktet, die zudem Pilze enthalten.
Als Substrat für den Pilzanbau bietet das Produkt eine Reihe von Vorteilen, abgesehen davon, dass es eine umweltfreundliche Möglichkeit darstellt, die vielen Tonnen Abfall aus der Olivenölproduktion zu verwerten, die jedes Jahr anfallen.
Zu den Vorteilen des neuen Substrats zählen eine höhere Ernteertrag aufgrund des hohen Stickstoffgehalts des Alperujo, der als Nährstoff für die Pilze dient, sowie das Vorhandensein von Polyphenolen, die als natürliche Fungizide wirken und Resistenz gegen Pilzinfektionen verleihen. Auch Forschungsarbeiten in Argentinien stützen diese Technik und zeigen, dass die Zugabe von Olivenöl-Nebenprodukten zu Substraten auf Mais- und Knoblauchbasis das Pilzwachstum fördert.
Das neue Produkt ist eine Weiterentwicklung früherer organischer Substrate für den Pilzanbau, die von MISUR hergestellt wurden, einem Unternehmen, das sich auf die Verwertung landwirtschaftlicher Abfälle wie Getreidestroh mit Säureregulatoren, Nährstoffen und Pilzsporen, den sogenannten Myzelien, spezialisiert hat. Die Zugabe des Olivenöl-Nebenprodukts zu diesen Substratarten liefert den Pilzen zusätzliches Material, das sie abbauen und als Dünger für ihr Wachstum nutzen können.
Das spanische Unternehmen konzentriert sich derzeit auf die Sorten Champignon und Shiitake, wobei letztere trotz ihres asiatischen Ursprungs in Spanien einen hohen gastronomischen Wert hat, und ist das erste Unternehmen, das Bio-Substrate für beide Arten herstellt.
Die Verwendung von Olivenölabfällen als Substrat für Pilze galt bisher als wirksame Methode, um die umweltschädliche Wirkung der Olivenölabfälle zu neutralisieren, die im gesamten Mittelmeerraum in so großen Mengen anfallen. Bislang wurde dies jedoch noch nicht erfolgreich für die Zucht von Speisepilzen vermarktet.
MISUR-Produkte werden derzeit in der gesamten Region Andalusien in Südspanien vermarktet.
