Herkunftsbezeichnung gilt als Schlüssel zum Schutz der australischen Olivenölexporte
Da Fälschungen und Qualitätsprobleme für australische Lebensmittelmarken ein ständiges Problem darstellen, sind einige Experten der Ansicht, dass das Herkunftsbranding der Schlüssel zur Sicherung der Qualität ist.
Australische Hersteller von exportierten, hochwertigen Lebensmitteln (einschließlich Olivenöl), die einen größeren Anteil an ihren Einzelhandelseinnahmen sichern möchten, sollten eine Zusammenarbeit in Betracht ziehen, um sich ein „regionales Herkunfts-Branding“ zu sichern, heißt es in einem Bericht der Rural Industries Research and Development Corporation (RIRDC).
Dies dürfte es den Landwirten ermöglichen, den von ihnen geschaffenen Mehrwert effektiver zu nutzen und zu schützen, indem sie in diesen Märkten einen auf der Herkunft basierenden Goodwill aufbauen. –
Zwar wird dieser Ansatz als Mittel empfohlen, um regionale Produkte vor Trittbrettfahrern zu schützen, die auf den Zug aufspringen wollen (was auf asiatischen Märkten, wo billige Nachahmerprodukte eine ständige Bedrohung darstellen, eine ständige Gefahr darstellt), doch bringt er eigene Hürden in Form von GI-Registrierungen (Geographical Indication) mit sich – etwas, das bislang nur der australischen Weinindustrie zur Verfügung steht.
Der Bericht trägt den Titel „Local to Global: Provenance Branding and Farmer Co-operation for High-Value Export Markets“ und wurde von den Rechtsexperten William van Caenegem und Lucie Tréguier sowie der Expertin für geografische Governance Jen Cleary verfasst.
Darin wird vorgeschlagen, dass Australien sein GI-Registrierungssystem ausweiten sollte, um die Registrierung weiterer Lebensmittel und Getränke zu ermöglichen – als proaktive Maßnahme gegen Fälschungen, unter denen asiatische Länder wie China und Japan leiden.
Der Bericht führt sogar Beispiele für Verpackungen von Luxuslebensmitteln an, auf denen australische Herkunftsorte auf gefälschten Waren wie Austern und Abalone angegeben sind. Da sich die Lebensmittelexporte in diese Regionen in den letzten fünf Jahren auf über 9 Milliarden AUD verdoppelt haben – was zum Teil auf eine wachsende obere Mittelschicht zurückzuführen ist (die bis 2022 voraussichtlich 180 Millionen Menschen erreichen wird) –, sollte dies für alle australischen Spezial-Lebensmittelexporteure Anlass zur Sorge sein.
Neben der Sicherung der Produktqualität auf internationalen Märkten würde das Herkunftsbranding auch einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der jüngsten Qualitätsskandale leisten, die den internationalen Olivenölmarkt plagen.
Derzeit sind viele australische Olivenölproduzenten bereits Teil geografischer Organisationen und Verbände, was ein gemeinsames regionales Herkunftsbranding durch GI-Zertifizierung und Markenzeichen erheblich vereinfachen würde.
Diese Art der Markenbildung ermöglicht es jedem einzelnen Erzeuger, sein einzigartiges Unternehmensbranding und sein Image beizubehalten. Die Idee, das Herkunftsbranding auszuweiten, wird bereits von mehreren Seiten unterstützt, darunter auch vom Botschafter der Europäischen Union in Australien.
Chris Mercer, Präsident von Olives Western Australia, erklärte gegenüber Olive Oil Times, dass zwar tatsächlich ein wachsender Bedarf für Erzeuger bestehe, ihre Marken im Ausland zu schützen, und dass Erzeugergruppen in der Zahl ihre Stärke finden könnten, doch die Tatsache, dass der GI-Schutz nach wie vor auf die Weinindustrie beschränkt sei und dass ein GI-Branding im Ausland erst nach Erlangung des inländischen GI-Brandings möglich sei, bedeute, dass eine Zertifizierung auf diese Weise wahrscheinlich nicht so bald erfolgen werde, solange diese Probleme nicht gelöst seien.
Der Bericht schließt mit dem Hinweis, dass technologische Branding-Lösungen wie Hologramme und QR-Codes zwar als Schutzmaßnahmen eingesetzt werden können, die Autoren des Berichts jedoch der Ansicht sind, dass diese Strategien „nur von kurzer Dauer“ sind und die Erzeuger nach einer effektiveren und langfristigen Lösung suchen sollten, um ihre hochwertigen Herkunftsmarken zu schützen.
Dem widerspricht Mercer, da er der Ansicht ist, dass technologischer Schutz nach wie vor eine wirksame Maßnahme ist und dass die derzeit verfügbaren Systeme (einschließlich des „Australian Authentic“-Programms) vorerst mehr als ausreichend sind.