Sieben Personen wegen mutmaßlichen Olivenölbetrugs in Griechenland festgenommen

Die Verdächtigen verwendeten einen Farbstoff, um die Farbe des Sonnenblumenöls so zu verändern, dass es wie Olivenöl aussah.

Berichten zufolge wurden gestern in der griechischen Region Thessalien sieben Personen festgenommen, denen der betrügerische Verkauf von gepanschtem Sonnenblumenöl vorgeworfen wird. Ihre Produkte wurden als natives Olivenöl extra ausgegeben und zum halben Marktpreis verkauft, wobei behauptet wurde, sie stammten direkt von den Erzeugern.

Von einer Werkstatt in der Nähe der Stadt Larissa in der nördlichen Provinz Thessalien aus wurde das Öl sowohl lokal als auch ins Ausland verkauft.

Die vier Familienmitglieder sowie drei weitere Verwandte wurden wegen Betrugs zum Nachteil des Staates, Ausstellung gefälschter Dokumente und Geldwäsche angeklagt. Die Behörden gaben an, dass sie zudem an kriminellen Bandenaktivitäten beteiligt waren. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass alle sieben an der Operation Beteiligten noch in dieser Woche vor Gericht erscheinen werden, um sich weiteren Befragungen durch den Richter zu unterziehen.

Das Öl wurde vor dem Export in Paletten verpackt, die jeweils eine Tonne wogen. Fünf Tonnen unverpacktes Öl waren bereits beschlagnahmt worden, ebenso wie weitere 12 Tonnen, die gerade exportiert werden sollten.

Die sieben nutzten eine Werkstatt, in der eine Flotte von Luxusfahrzeugen laut der Washington Post zu den Vorwürfen der Geldwäsche führte.

In der Werkstatt verwendeten sie einen Farbstoff, um die Farbe des gelben Sonnenblumenöls zu verändern, sodass es eine grüne Farbe annahm und wie echtes Olivenöl aussah. Das gepanschte Öl wurde für unter 15 € verkauft, im Gegensatz zu den durchschnittlichen Verkaufspreisen, die für ein 5-Liter-Fass Olivenöl zwischen 26 € und 30 € liegen.

Die Hellenic Food Authority (HFA) ist für die Festlegung von Qualitätsstandards zum Schutz der öffentlichen Gesundheit und zur Verhinderung betrügerischer Praktiken zuständig. Die Behörde wurde bereits 2015 auf den Verkauf dieser verfälschten Öle aufmerksam, als lokale Olivenölproduzenten erstmals meldeten, dass ihre Codes auf Marken verwendet wurden, die sie weder hergestellt noch verkauft hatten.

Beamte, die die HFA-Ermittlungen durchführten, gaben an, dass der Farbstoff analysiert und als ein leicht erhältliches und sicher zu verwendendes Produkt identifiziert wurde. Es wurde jedoch erwähnt, dass der ursprünglich bei der Operation verwendete Farbstoff krebserregende Substanzen enthielt.

Vor der jüngsten Festnahme hatte die Polizei bereits bis zu 60 Personen festgenommen, die in den Verkauf der gefälschten Produkte verwickelt waren. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch ein Lagerhaus in Thessaloniki durchsucht, das offenbar zur Verpackung der Waren genutzt wurde. Die am Sonntag durchsuchte Werkstatt wurde inzwischen als Hauptstandort der Operation identifiziert.