Spanische Olivenölexporte in die USA brechen im ersten Halbjahr 2020 ein

Die Olivenölexporte aus Spanien in die USA sind im ersten Halbjahr um 39 Prozent zurückgegangen. Landwirte und Exporteure machen Zölle für diesen Rückgang verantwortlich.

Die spanischen Olivenölexporte in die Vereinigten Staaten sind im ersten Halbjahr 2020 um 39 Prozent zurückgegangen, wie aus neu ausgewerteten Daten des Verbandes junger Landwirte (Asaja) hervorgeht.

Die Bekanntgabe erfolgte, nachdem der US-Handelsbeauftragte beschlossen hatte, den Zollsatz von 25 Prozent auf bestimmte Importe von abgepacktem spanischem Olivenöl beizubehalten.

Siehe auch: Handelsnachrichten

Spanische Bauern- und Exporteurverbände machen die im Oktober 2019 in Kraft getretenen Zölle für den starken Rückgang verantwortlich.

„Solange diese Angelegenheit nicht im Einklang mit den Kriterien des WTO-Urteils [Welthandelsorganisation] gelöst wird, werden die Verhandlungen niemals zu einer Aufhebung der Zölle führen, die spanischen Agrar- und Lebensmittelprodukten und insbesondere dem spanischen Olivenölsektor ernsthaft schaden“, schrieb der spanische Verband für Olivenölexport, Industrie und Handel (Asoliva) in einer Erklärung.

„[Der Sektor] muss Verluste in Millionenhöhe hinnehmen, da er de facto vom amerikanischen Markt verdrängt wird, zum Vorteil konkurrierender Länder innerhalb der EU wie Italien, Griechenland und Portugal“, fügte der Branchenverband hinzu.

Insgesamt beliefen sich die spanischen Olivenölexporte in die USA in der ersten Jahreshälfte auf 41.727 Tonnen. Im Vergleich dazu hat Spanien in jedem der vergangenen drei Jahre durchschnittlich 112.000 Tonnen Olivenöl in die USA geliefert.

In den letzten 12 Monaten ist Spanien vom zweitgrößten Exporteur von abgepacktem Olivenöl in die USA auf den vierten Platz zurückgefallen. Zudem ist Spanien hinter Tunesien als zweitgrößter Lieferant von Olivenöl in Großgebinden, das von den Zöllen nicht betroffen ist, in die USA zurückgefallen.

Infolge der sinkenden Nachfrage in den USA haben viele spanische Produzenten und Exporteure begonnen, nach neuen Märkten zu suchen.

Nach denselben von Asaja analysierten Daten stiegen die Exporte nach Kanada in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 111 Prozent. Zudem wuchs der Absatz von spanischem Olivenöl in Australien und Brasilien um 63 Prozent bzw. 15 Prozent.