Starker Rückgang der spanischen Olivenölexporte nach Großbritannien seit dem Brexit
Eine neue Vorschrift für Pflanzengesundheitszeugnisse und Grenzkontrollen wird den Warenverkehr weiter verlangsamen und die Kosten sowie den Verwaltungsaufwand im Handel nach dem Brexit erhöhen.
Nach Angaben des spanischen Verbandes der Land- und Viehzüchter sind die spanischen Olivenölexporte nach Großbritannien in den ersten beiden Monaten des Jahres im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2020 um 35 Prozent zurückgegangen.
Die Zahlen stellen die erste Analyse der Auswirkungen des Handelsabkommens zwischen der Europäischen Union und London nach dem Brexit auf die spanischen Agrar- und Lebensmittelexporte nach Großbritannien dar. Der Verband der Landwirte und Viehzüchter warnte, dass aufgrund der im April in Kraft getretenen gesundheitspolizeilichen und pflanzenschutzrechtlichen Anforderungen mit weiteren starken Rückgängen bei den Exporten zu rechnen sei.
Siehe auch: HandelsnachrichtenDas Handels- und Kooperationsabkommen, das im April vollständig ratifiziert wurde, aber bereits seit Januar vorläufig in Kraft ist, ist das Ergebnis jahrelanger Verhandlungen, die darauf abzielten, den zoll- und kontingentfreien Handel nach dem Brexit aufrechtzuerhalten.
Zwar verhindert das Abkommen die Einführung von Zöllen, doch hat es den Verwaltungsaufwand für den Handel mit dem Vereinigten Königreich als Nicht-EU-Mitglied erheblich erhöht.
Nach Angaben des britischen Amtes für nationale Statistik vom März gingen die Importe aus der EU in den ersten beiden Monaten des Jahres um 28 Prozent zurück, da zusätzliche Kontrollen und bürokratische Hürden den freien Warenverkehr behinderten.
Die gesamten spanischen Agrar- und Lebensmittelexporte gingen in diesem Zeitraum um 4,9 Prozent zurück, wobei der Absatz von Fetten und Ölen besonders stark betroffen war, einschließlich eines Rückgangs der Olivenöllieferungen um 35 Prozent.
Nach Angaben des Verbandes der Landwirte und Viehzüchter, der die spanische Regierung auffordert, Exporteure zu unterstützen, werden neue Anforderungen an Pflanzengesundheitszeugnisse und Grenzkontrollen die Lieferungen weiter verlangsamen und die Kosten sowie den bürokratischen Aufwand des Handels nach dem Brexit erhöhen.
„Nach Ansicht der Vereinigung der Verbände sollten die diplomatischen Dienste des Staates tätig werden, um diese Handelsströme wiederherzustellen und zu festigen, und den Kauf spanischer Produkte durch britische Bürger und Unternehmen fördern“, erklärte die Gruppe.
Das Vereinigte Königreich importierte im Jahr 2020 spanisches Olivenöl im Wert von rund 137 Millionen Euro und war damit Spaniens fünftgrößter Exportmarkt.