Aus Olivenkernen dekorative Möbel herstellen

Das im Süden Spaniens ansässige Unternehmen Paninos hat ein Produkt, das traditionell als Abfallprodukt der Olivenölproduktion galt, in eine zusätzliche Einnahmequelle verwandelt.

In einer kleinen Stadt im Herzen des spanischen Olivenanbaugebiets findet ein uraltes Nebenprodukt eine ganz neue Verwendung.

Das in Benamejí bei Córdoba ansässige Unternehmen Paninos hat eine Initiative ins Leben gerufen, um Olivenkerne auf neue und innovative Weise zu nutzen. Das Unternehmen verarbeitet diese Kerne zu Möbeln, darunter unter anderem Arbeitsplatten für Badezimmer und Küchen.

Die neuen Anwendungsmöglichkeiten würden zudem zur unternehmerischen Entwicklung beitragen und mehr Arbeitsplätze im ländlichen Raum Andalusiens schaffen. – Francisco Arjona, Paninos

Spanien ist für fast die Hälfte der weltweiten Olivenkernproduktion verantwortlich. Im Erntejahr 2018/19 wurde erwartet, dass das Land fast 800.000 Tonnen dieses Nebenprodukts produzieren würde, von denen der größte Teil derzeit als Biomasse verbrannt wird.

Das Projekt begann 2013 mit dem Hauptziel, neue Verwendungsmöglichkeiten für diese Olivenkerne zu finden, damit sie von einem Abfallprodukt in eine zusätzliche Einnahmequelle für Olivenbauern und Ölproduzenten umgewandelt werden können.

„Die neuen Anwendungen würden auch zur unternehmerischen Entwicklung beitragen und mehr Arbeitsplätze im ländlichen Raum Andalusiens schaffen“, erklärte Francisco Arjona, der Erfinder dieser Beschichtungen auf Olivenkernbasis, gegenüber Olive Oil Times.

Arjona ist Bauingenieur und kennt sich im Olivenölsektor bestens aus. Er arbeitet für zwei Unternehmen, die Olivenkerne produzieren, verarbeiten und verkaufen, entweder als Biomasse oder zur Verwendung in anderen industriellen Prozessen, wie der Kosmetikherstellung und der Herstellung von Biokompositen. Juan Cabello, ein Tischler, hat gemeinsam mit Arjona an der Produktentwicklung gearbeitet.

Die Entwicklung der Paninos-Beschichtungen aus Olivenkernen ist das Ergebnis eines langen Prozesses, der mit dem Versuch begann, die zerkleinerten Olivenkerne auf Holz zu kleben. Als ein Material ähnlich der heutigen Beschichtung erreicht war, erkannten die Erfinder dessen Einzigartigkeit, Vielseitigkeit und ästhetisches Potenzial für Dekorationszwecke. Die zerkleinerten Kerne bieten vielfältige Möglichkeiten hinsichtlich Texturen und Designs. Das Material ist zudem nachhaltig, langlebig und erneuerbar.

„Wir verteilen zerkleinerte Olivenkerne auf einer Platte, auf die zuvor Harz aufgetragen wurde“, erklärte Arjona. „Sobald die Kerne haften, wird das Material geschliffen und die entstandene Oberfläche mit einem Füllstoff aus Olivenkernmehl bedeckt. Anschließend wird das Material erneut geschliffen und mit einem transparenten Lack überzogen.“

Einer der Vorteile des Materials ist, dass es eine große Vielfalt an Farben und Designs ermöglicht. Neben Tischen, Küchen- oder Badezimmerarbeitsplatten verwendet Paninos Olivenkerne auch zur Herstellung von Türen, Rahmen, Wandpaneelen, Arbeitsplatten und anderen Produkten.

Laut Arjona sind die Beschichtungen angesichts ihrer Einzigartigkeit und Vielseitigkeit preislich sehr wettbewerbsfähig. Er und Cabello arbeiten hauptsächlich mit Steinen der Olivensorten Arbequina, Hojiblanca und Picual, wobei Arjona betonte, dass die verwendete Olivensorte für das Endprodukt irrelevant sei.

Im Jahr 2018 erhielt Paninos ein europäisches Patent für dieses Material. Im Januar 2019 wird das Unternehmen am Stand von Spaniens ICEX-Exports and Investments auf der Messe Maison & Objet in Paris vertreten sein, um seine Produkte potenziellen Käufern aus aller Welt zu präsentieren.

Paninos arbeitet zudem an der Entwicklung neuer und unterschiedlicher Produkte rund um Olivenkerne.