USA erwägen neue Zölle auf europäische Oliven und Olivenöle
Der US-Handelsbeauftragte erwägt, die bestehenden Zölle auf Einfuhren aus der Europäischen Union zu erhöhen und neue Zölle einzuführen.
Der Handelsbeauftragte der Vereinigten Staaten (USTR) überprüft derzeit die bestehenden Zölle und erwägt, ob neue Zölle auf Waren aus der Europäischen Union erhoben werden sollen.
Im Oktober 2019 gewährte die Welthandelsorganisation (WTO) den USA das Recht, Zölle in Höhe von 7,5 Milliarden US-Dollar auf Importe aus der EU zu erheben, als Folge illegaler Subventionen, die der Handelsblock dem Flugzeughersteller Airbus gewährt hatte.
Einzeln verpackte Olivenölimporte aus Spanien und Tafelolivenimporte aus Frankreich und Spanien unterliegen derzeit einem Zollsatz von 25 Prozent.
In einer letzte Woche veröffentlichten Mitteilung erklärte der US-Handelsbeauftragte (USTR), dass diese bestehenden Einfuhrzölle von ihrem derzeitigen Niveau auf bis zu 100 Prozent angehoben werden könnten.
Darüber hinaus erwägt der US-Handelsbeauftragte, Zölle auf Tafeloliven sowie auf lose und abgepackte Olivenöle aus den übrigen Ländern des Handelsblocks zu erheben, zu denen Italien, Portugal, Griechenland, Kroatien und Slowenien gehören.
US-Beamte erklärten, dass Zölle auf diese Länder bereits zuvor in Betracht gezogen worden seien und nun erneut geprüft würden.
Das Gesamtpaket der Zölle, das der US-Handelsbeauftragte derzeit in Erwägung zieht, hat einen Wert von 3,1 Milliarden US-Dollar und würde eine Reihe weiterer Waren umfassen, darunter Spirituosen, Käse, Schweinefleisch, Gebäck, Kuchen, Eisenwaren und Kleidung.
Zwar überprüft der US-Handelsbeauftragte regelmäßig seine Liste der geltenden Zölle, doch folgt diese Ankündigung unmittelbar auf die Veröffentlichung einer eigenen Liste potenzieller Zölle auf US-Waren durch die EU.
Der Handelsblock wartet auf eine Entscheidung der WTO darüber, ob er diese Zölle aufgrund angeblicher illegaler Subventionen für den amerikanischen Flugzeughersteller Boeing erheben darf oder nicht.
Es wurde erwartet, dass die WTO noch in diesem Monat über die Angelegenheit entscheiden würde, doch sie verschob ihre Entscheidung unter Berufung auf gesundheitliche Bedenken im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie auf mindestens September.
EU-Beamte äußerten sich umgehend enttäuscht über die Ankündigung des US-Handelsbeauftragten und haben bei der WTO eine formelle Beschwerde gegen dessen Entscheidung zur Verschiebung der Entscheidung eingereicht.
Die EU hat seit langem erklärt, sie würde lieber über ein Ende der Zölle verhandeln, als eigene Zölle zu erheben. Beobachter bezweifeln jedoch, dass eine Einigung erzielt werden könnte, bevor die Entscheidung der WTO bekannt gegeben wird.