Olivenöl umgeht Russlands umstrittenes Einfuhrverbot für Lebensmittel
Olivenöl ist nicht von dem russischen Einfuhrverbot für Lebensmittel aus den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union, Kanada, Australien und Norwegen betroffen.

Trotz eines kürzlich von der russischen Regierung verkündeten einjährigen Einfuhrverbots für viele ausländische Lebensmittel können die Russen laut Quellen weiterhin Olivenöle aus beliebten Herkunftsländern wie Griechenland, Spanien und Italien genießen.
Das Verbot, das von Präsident Wladimir Putin als Reaktion auf Sanktionen im Zusammenhang mit dem Konflikt in der Ukraine angeordnet wurde, umfasst 52 Kategorien importierter Produkte aus den USA, Europa, Norwegen, Kanada und Australien, darunter Fleisch, Fisch, Milch, Milchprodukte und viele verarbeitete Lebensmittel. Olivenöl wurde jedoch ebenso wie unter anderem Wein und Kaffee von der schwarzen Liste ausgenommen.
Gemessen am Wert werden laut der Financial Times derzeit über 40 Prozent der Lebensmittel in Russland importiert. Das Land gilt als stark von Waren aus dem Ausland abhängig und importiert jährlich Lebensmittel im Wert von 30 Milliarden US-Dollar aus Ländern außerhalb der Sowjetunion. Als direkte Folge des Verbots wird ein Umsatzverlust von insgesamt 8,6 bis 9,5 Milliarden US-Dollar erwartet.
Die Europäische Kommission reagierte mit den Worten: „Diese Ankündigung ist eindeutig politisch motiviert. Die Kommission wird die fraglichen Maßnahmen prüfen, sobald wir mehr Informationen über ihren vollständigen Inhalt und Umfang haben.“
Die ablehnende Haltung der Kommission gegenüber dem Verbot wurde von der Mehrheit der europäischen Staats- und Regierungschefs geteilt, auch wenn die Entscheidung sicherlich nicht alle EU-Länder gleichermaßen betreffen wird. Norwegen und Polen beispielsweise dürften am stärksten von dem Verbot betroffen sein, da diese Länder im vergangenen Jahr jeweils Waren im Wert von über 1 Milliarde US-Dollar an Russland exportierten, die nun verboten sind.
Fernando Miranda, Spaniens Generaldirektor für Produktion und Agrarmärkte, schätzte, dass die Verluste für Europas führenden Olivenöllieferanten „begrenzt“ sein würden, da Spaniens Hauptmarkt die Europäische Union ist, in die das Land 76 Prozent seiner Agrarprodukte exportiert, während Russland weniger als 2 Prozent ausmacht. Dennoch gehört Spanien weiterhin zu den zehn Ländern, die voraussichtlich am stärksten unter dem Verbot leiden werden. Italien hingegen drohen Verluste in Höhe von 285 Millionen US-Dollar, und Griechenland könnte Verluste von 233 Millionen US-Dollar verzeichnen.