Wie der in Oliven enthaltene Wirkstoff Hydroxytyrosol dabei hilft, Infektionen zu bekämpfen
Ein in Oliven natürlich vorkommender Wirkstoff hilft laut einer internationalen Patentanmeldung spanischer Wissenschaftler bei der Bekämpfung bakterieller Infektionen.
Ein in Oliven natürlich vorkommender Wirkstoff hilft laut einer internationalen Patentanmeldung spanischer Wissenschaftler bei der Bekämpfung bakterieller Infektionen.
Sie erklären, dass Hydroxytyrosol und dessen Derivate das Quorum Sensing (QS) – eine Art der Kommunikation zwischen Bakterien – stören und dadurch die Virulenz von Infektionen verringern können. Angesichts zunehmender Antibiotikaresistenzen gilt dies als vielversprechender Behandlungsansatz.
Der in Madrid ansässige Patentanmelder Seprox Biotech, der Hydroxytyrosol (HT) vertreibt, behauptet, dass HT und seine Derivate Hydroxytyrosolacetat (HTA) und 3,4-Dihydroxyphenylessigsäure (DOPAC) eine gute Anti-QS-Wirkung aufweisen, wodurch sie zur Vorbeugung und Behandlung vieler Arten von Infektionen nützlich sind.
Mögliche Anwendungsbereiche
In der Anmeldung heißt es, dass zu den In-vivo-Anwendungen pharmazeutische Präparate zur Behandlung bakterieller Infektionen gehören könnten. Zu den Ex-vivo-Anwendungen zählen die Herstellung von Lebensmitteln, Lebensmittelverpackungen, Medizinprodukten und pharmazeutischen Zusammensetzungen, einschließlich der Anwendung auf oder der Verwendung bei der Herstellung von Oberflächen – wie beispielsweise bei Medizinprodukten und Lebensmitteln oder Lebensmittelverpackungen –, um die Bildung bakterieller Biofilme zu hemmen.
Die Bildung von Biofilmen – bei der sich Mikroorganismen an einer Oberfläche festsetzen – ist angesichts der zunehmenden Verwendung von Implantaten, künstlichen Herzklappen und Ähnlichem ein großes Problem, kann jedoch extrem widerstandsfähig gegenüber Entfernung und Desinfektion sein, hieß es.

Breites Spektrum an Bakterien abgedeckt
Unter dem Titel „Verwendung von Hydroxytyrosol und dessen Derivaten als Quorum-Quencher“ listet die Patentanmeldung der Weltorganisation für geistiges Eigentum eine breite Palette von Bakterienarten auf, für die Hydroxytyrosol und seine Derivate als Quorum-Quencher eingesetzt werden könnten.
Dazu gehören Arten von Campylobacter, E. coli, Salmonella und Shigella – häufig Verursacher von lebensmittelbedingten Erkrankungen – sowie drei Arten von Staphylokokken.
Die Anmeldung beschreibt Tests mit HT, HTA und DOPAC an mehreren häufig vorkommenden infektiösen Bakterien sowie die Validierung anhand des QS-Biosensor-Stamms C. violaceum. Dies führte zu der Schlussfolgerung, dass die getesteten Verbindungen zwar nicht als wirksame antimikrobielle Wirkstoffe für die getesteten Stämme angesehen werden können (da sehr hohe Konzentrationen erforderlich sind), sie jedoch eine QS-hemmende Wirkung zeigten.
Seprox Biotech erklärte, dass die Formeln, die Gegenstand der Patentanmeldung sind, synthetisch hergestellt oder aus ihrer natürlichen Quelle gewonnen werden können, wobei in diesem Fall ein hoher Reinheitsgrad erforderlich ist.
Hydroxytyrosol komme in den Blättern und Früchten des Olivenbaums sowie in nativem Olivenöl extra vor und sei besonders reichlich im Abwasser von Olivenölmühlen vorhanden, aus dem es gewonnen werden könne, hieß es.