Olivenöl könnte vor Depressionen schützen

Laut einer neuen Studie von Forschern der Universidad de Las Palmas de Gran Canaria und der Universität Navarra kann eine olivenölreiche Ernährung vor psychischen Erkrankungen schützen.

Es ist allgemein bekannt, dass Olivenöl und die mediterrane Ernährung eine Vielzahl von gesundheitlichen Vorteilen mit sich bringen. Doch wie sieht es mit den Vorteilen für die psychische Gesundheit aus? Laut spanischen Forschern der Universität Navarra und der Universität Las Palmas de Gran Canaria kann eine olivenölreiche Ernährung vor psychischen Erkrankungen schützen. An der Studie nahmen 12.059 Freiwillige teil, die Teil des SUN-Projekts waren, einer prospektiven Studie unter spanischen Hochschulabsolventen, deren Ziel es war, die ernährungsbedingten Determinanten für Schlaganfall, koronare Herzkrankheit und andere Erkrankungen zu ermitteln. Die Forscher begleiteten diese Freiwilligen über einen Zeitraum von mehr als 6 Jahren und sammelten Daten zu Lebensstilfaktoren wie der Ernährung sowie zur Krankengeschichte. Zu Beginn der Studie litt keiner der Freiwilligen an einer Depression, und bis zum Ende der Studie wurden 657 neue Fälle festgestellt.

Die gesammelten Daten zeigten, dass Freiwillige mit einer hohen Aufnahme von Transfetten – einem gehärteten Fett, das hauptsächlich in verarbeiteten Lebensmitteln vorkommt – ein um bis zu 48 Prozent erhöhtes Risiko für Depressionen hatten im Vergleich zu Freiwilligen, die diese Fette nicht konsumierten, so Almudena Sánchez-Villegas, , außerordentliche Professorin für Präventivmedizin an der Universität von Las Palmas de Gran Canaria und Erstautorin des Artikels. Darüber hinaus stellten die Forscher fest, dass eine höhere Aufnahme von Olivenöl und mehrfach ungesättigten Fetten, wie sie in fettem Fisch und Pflanzenölen vorkommen, mit einem geringeren Risiko für Depressionen verbunden war. Nach Ansicht der Forscher deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen möglicherweise einige gemeinsame Mechanismen im Zusammenhang mit der Ernährung aufweisen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Olivenöl und die mediterrane Ernährung mit geringeren Depressionsraten in Verbindung gebracht werden. Im Jahr 2009 stellten spanische Forscher erneut fest, dass Personen, die sich mediterran ernährten – reich an Olivenöl, Gemüse, Hülsenfrüchten und Obst –, ein um 30 Prozent geringeres Risiko hatten, an Depressionen zu erkranken.

Zwar weisen die Forscher auf gewisse Einschränkungen der Studie hin, wie beispielsweise die einmalige Erfassung der Ernährung (zu Beginn der Studie), doch heben sie auch mehrere Stärken hervor, darunter eine große Stichprobengröße sowie multiple Anpassungen für potenzielle Störfaktoren. Sie fügen hinzu, dass die Ergebnisse durch weitere prospektive Studien und klinische Versuche bestätigt werden müssen.