Notizen aus Stockholm

In Schweden sind Aufklärungsprogramme zum Thema Ernährung erforderlich, da Fehlinformationen dazu führen, dass Olivenöl nicht die Anerkennung erhält, die es verdient.

Notes from Stockholm

Dank des EU-Programms „Erasmus für junge Unternehmer“ verbringt ein Vertreter von DORA Farm – einem Betrieb, der einen Olivenhain und eine kleine Ölmühle in Sizilien bewirtschaftet – sechs Monate in Stockholm bei einem „Gastunternehmer“, um mehr über den schwedischen und skandinavischen Lebensmittelmarkt zu erfahren und eine neue Geschäftsstrategie zu entwickeln.

Nach einem Monat Arbeit in Schweden und der Analyse nicht nur des Lebensmittelmarktes, sondern vor allem der Ernährungsgewohnheiten der Nordeuropäer lässt sich leicht der Schluss ziehen, dass eine der ersten Maßnahmen, die hier ergriffen werden müssen, eine gute Aufklärungskampagne zum Thema Ernährung ist.

Doch das Phänomen ist komplexer, als es auf den ersten Blick erscheinen mag.

Die Forderung nach einer Aufklärungskampagne zur Steigerung des Bewusstseins für natives Olivenöl extra bedeutet nicht, dass Dänen, Schweden, Finnen oder Norweger das Produkt oder seine Vorteile überhaupt nicht kennen.

Im Gegenteil, natives Olivenöl extra wird hier geschätzt – man findet es problemlos im Supermarkt und die Menschen im Norden scheinen großes Interesse an dem Produkt zu haben –, aber es ist noch nicht wirklich bekannt.

Es gibt eine ganze Reihe von Eigenschaften des nativen Olivenöls extra, die die Menschen im Norden kennenlernen sollten, beispielsweise wie man ein gutes natives Olivenöl extra von einem schlechten unterscheidet, wie man seine Geschmackseigenschaften schätzt, wie man es am besten verwendet und lagert und ein echtes Verständnis für seine gesundheitlichen Vorteile entwickelt.

Die mediterrane Ernährung und Lebensweise gilt hier zwar nach wie vor als die beste, doch sind zahlreiche Mythen und Fehlinformationen weit verbreitet, die verhindern, dass natives Olivenöl extra die Anerkennung erhält, die es verdient.

Aufklärungsmaßnahmen und Kampagnen zum Thema Ernährung sollten in Zusammenarbeit mit öffentlichen Stellen und Olivenölproduzenten konzipiert, entwickelt und umgesetzt werden, zum Wohle aller Menschen in den südlichen und nördlichen Ländern.

Möchten Sie Ihre Meinung in einem Artikel teilen? Hier finden Sie unser Einreichungsformular und unsere Richtlinien.