Universität patentiert neues Extraktionsverfahren

Den Oliven wird vor dem Pressen Trockeneis beigemischt, wodurch die Wassermoleküle im Inneren der Frucht gefrieren und sich die Ausbeute erhöht.

Die Universität Pisa hat ein neues Verfahren zur Gewinnung von nativem Olivenöl extra patentieren lassen.

Eine Forschungsgruppe unter der Leitung von Professor Gianpaolo Andrich begann im Jahr 2008 mit der Suche nach einer effektiveren Methode zur Ölgewinnung aus Oliven. Bei ihrer neu entdeckten Methode wird den Oliven vor dem Pressen festes Kohlendioxid, allgemein bekannt als „Trockeneis“, zugesetzt. Dadurch gefrieren die Wassermoleküle im Inneren der Frucht, wodurch die Zellwände der Oliven zusammenbrechen.

Die Forschung ergab, dass diese Methode im Vergleich zu herkömmlichen Methoden eine um durchschnittlich 9 Prozent höhere Ölausbeute ermöglicht. Zudem enthielt das Öl durchschnittlich 6 Prozent mehr Vitamin E und wies eine höhere Oxidationsbeständigkeit auf. Da Kohlendioxid schwerer als Luft ist, isoliert es in seiner gasförmigen Form das Fruchtfleisch während der Verarbeitung und schützt es so vor Oxidation.

„Das mit unserem Patent hergestellte Olivenöl ist enger mit dem verwendeten Rohstoff, der Art der geernteten Oliven und ihrem Anbaugebiet verbunden und präsentiert sich daher als typisches Produkt, das sich durch klare und unverwechselbare organoleptische Eigenschaften auszeichnet, die für den Verbraucher am leichtesten zu erkennen und zu identifizieren sind“, sagte Andrich.

Die Forscher weisen darauf hin, dass dieser Durchbruch große Vorteile für die Industrie mit sich bringen könnte. Er könnte bedeuten, dass Öle aus einer frühen Ernte wirtschaftlich rentabler wären, da der höhere Gehalt an Polyphenolen und Tocopherolen durch die oxidationsschützenden Eigenschaften des gasförmigen Kohlendioxids erhalten bliebe.