Eine „ID“ für apulisches natives Olivenöl extra

Apulien hat ein Projekt ins Leben gerufen, um seine nativen Olivenöle extra durch Innovation und Qualitätszertifizierung zu fördern.

An ID for Apulian Olive Oil

Am 22. Juli wurde in Bari, der Hauptstadt Apuliens – der süditalienischen Region, die den größten Teil des Olivenöls produziert (40 Prozent der nationalen Produktion stammen von hier) – das neue Projekt PIVOLIO vorgestellt. Das Akronym steht für „Innovativer Prozess zur Aufwertung von nativem Olivenöl extra“.

Ziel des neuen Projekts – das mit Mitteln des Ministeriums für Bildung, Universitäten und Forschung im Rahmen des Nationalen Operationellen Programms für „Forschung und Wettbewerbsfähigkeit“ 2007–2013 umgesetzt wurde – ist es, die Qualität von nativem Olivenöl extra gemeinsam mit den Erzeugern mithilfe modernster Technologie zu zertifizieren, um Qualitätsprodukte zu fördern und gleichzeitig Betrugsfällen entgegenzuwirken.

Gennaro Sicolo, Vorsitzender der lokalen Erzeugergenossenschaft Oliveti Terra di Bari, erläuterte die Hauptmerkmale dessen, was er als „ein Forschungsprojekt von enormer Bedeutung für den Olivenanbau, den führenden Sektor der lokalen Wirtschaft“ bezeichnete. „Es wird dazu beitragen, die Qualität von nativem Olivenöl extra zu zertifizieren und damit das Engagement von Hunderttausenden von Erzeugern zu verteidigen, deren Arbeit nie vollständig gewürdigt wurde“, sagte er.

Zum ersten Mal wird die NIR-Analyse (Nahinfrarotspektroskopie) direkt in der Ölmühle für jeden einzelnen Produktionsort durchgeführt. Die Informationen werden sofort genutzt, um die Qualität des Olivenöls zu klassifizieren und zu schützen sowie das Rückverfolgbarkeitssystem zu unterstützen.

An dem Projekt werden über 400 landwirtschaftliche Betriebe in den Gebieten von drei lokalen Bezirken – Bari, Foggia und Bat, einschließlich der Städte Barletta, Andria und Trani – sowie 7 lokale Erzeugergenossenschaften zusammen mit zahlreichen lokalen Organisationen und wissenschaftlichen Instituten beteiligt sein: die Universitäten von Bari und Salento, das Institut für klinische Physiologie des CNR (Nationaler Forschungsrat), das Forschungszentrum für Olivenanbau und Ölindustrie in Rende, das CARSO-Konsortium (Ausbildungszentrum für onkologische wissenschaftliche Forschung), die Genossenschaft Oliveti Terra di Bari und Apuliabiotech.

Gemeinsam werden sie 4 Millionen Euro investieren, um eine „Identitätskarte“ für natives Olivenöl extra zu erstellen, die das spezifische genetische Profil jeder einzelnen Sorte mithilfe der Kernspinresonanz (NMR) identifiziert. Ausgangspunkt sind dabei einige der repräsentativsten lokalen Sorten wie Coratina, Ogliarola Barese, Cima di Bitonto, Cima di Mola und Peranzana.

Zu den Zielen des Projekts gehört die Erstellung einer Datenbank über die Inhaltsstoffe der verschiedenen Sorten und deren entzündungshemmende und krebsbekämpfende Wirkungen. Die Erzeuger werden ihre Produkte und deren Eigenschaften wissenschaftlich untermauern können und so ihren sortenreinen Olivenölen einen Mehrwert verleihen.

Auch die Kunden werden von dem Projekt profitieren: Eine korrekte und vollständige Kennzeichnung – die eine Vielzahl von Informationen wie alle organoleptischen, ernährungsphysiologischen und heilenden Eigenschaften enthält – wird ihnen helfen zu verstehen, was sie kaufen (und essen), und sie umfassend über Herkunft und Eigenschaften zu informieren.