Die Türkei wappnet sich für die wirtschaftlichen Folgen des unbeständigen Wetters
Die Türkei, der zweitgrößte Produzent von Tafeloliven, hat derzeit mit den wirtschaftlichen Folgen der unbeständigen Wetterverhältnisse des vergangenen Jahres zu kämpfen.

Die Türkei steht nach extremen Wetterbedingungen vor einer beispiellosen Agrarkrise.
Das Land im Nahen Osten – das der zweitgrößte Produzent von Tafeloliven und der viertgrößte von Olivenöl ist – hat im letzten Jahr eine Reihe extremer Wetterbedingungen erlebt, die sich zweifellos auf die Ernte auswirken werden. Unvorhersehbare Dürreperioden, Frost und Starkregen haben den Olivenbäumen im ganzen Land schwer zugesetzt.
Laut Şemsi Bayraktar, Präsident des türkischen Verbandes der Landwirtschaftskammern, sind die stark schwankenden Bedingungen „beispiellos“. Er fordert die Regierung auf, Maßnahmen in Form einer Umstrukturierung der Stromrechnungen und Sozialversicherungsbeiträge für Landarbeiter zu ergreifen, die die Hauptlast der finanziellen Belastung durch eine schlechte Ernte tragen müssen.
Die staatliche Agrarbank Ziraat Bankası hat Programme zur Stundung von Arbeitnehmerverbindlichkeiten angeboten, doch Bayraktar sagt, diese Bemühungen hätten nicht ausreichend geholfen.
Laut dem Marmara-Verband der Olivenverkaufsgenossenschaften haben die Wetterkapriolen in den am stärksten betroffenen Gebieten des Landes zu einem Rückgang der Ernteerträge um 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahr geführt.
In einem Interview mit Bloomberg erklärte der Vorsitzende des Verbandes, İbrahim Minareci, dass die Wetterschwankungen zu einem Ungleichgewicht auf dem Olivenmarkt geführt hätten, wodurch viele Erzeuger gezwungen seien, ihre unverpackten, unverarbeiteten Oliven an andere Oliven produzierende Länder zu verkaufen, was zu einem weitaus geringeren wirtschaftlichen Ertrag führe.
Die Türkei hat derzeit einen weltweiten Anteil von 16,7 Prozent an der Olivenölproduktion und belegt damit Platz vier, doch die Regierung hat die wirtschaftlichen Anreize verstärkt, in der Hoffnung, das Land auf Platz zwei zu bringen. Die Unterstützung erfolgt in Form von Subventionen und Steuererleichterungen, um die Kosten der ersten Jahre des Anbaus neuer Olivenbäume zu decken, in denen die Bäume noch keine Früchte tragen.
Es wird prognostiziert, dass extreme Wetterbedingungen in diesem Jahr weltweit Auswirkungen auf die Olivenernten und die Olivenölpreise haben werden.