US-Programm stellt Olivenölproduzenten im Libanon Handwerkzeuge zur Verfügung

Im Rahmen eines US-Entwicklungshilfeprogramms im Libanon werden Landwirten mechanisierte Geräte und Schulungen zur Verfügung gestellt, um die Wettbewerbsfähigkeit libanesischen Olivenöls auf dem internationalen Markt zu steigern.

Kürzlich nahmen tausend Olivenproduzenten im Libanon an einem Workshop zur maschinellen Ernte teil, der von der US-Agentur für internationale Entwicklung (USAID) organisiert wurde. Zu den Teilnehmern gehörten Vertreter von 18 Partnergenossenschaften und 60 Unternehmen aus dem ganzen Land.

Der Workshop war Teil des fünfjährigen, von der USAID finanzierten Projekts „Lebanon Industry Value Chain Development“ (LIVCD) im Umfang von 41,7 Millionen Dollar, das darauf abzielt, die wirtschaftliche Stabilität im Libanon durch die Förderung kleiner Unternehmen und die Schaffung von Arbeitsplätzen für Frauen und Jugendliche zu verbessern. Eines der Ziele ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der „Olivenöl-Wertschöpfungskette“ des Landes zu verbessern und zu steigern.

Viele libanesische Produkte und Dienstleistungen sind weniger wettbewerbsfähig, als sie sein könnten, wie eine Überprüfung des Programms ergab, vor allem weil „15 Jahre Bürgerkrieg die Infrastruktur beschädigt und Investitionen gebremst haben“.

„Die landwirtschaftlichen Praktiken im libanesischen Olivensektor sind relativ traditionell geblieben, einschließlich der arbeitsintensiven manuellen Ernte“, heißt es in der Rubrik „Erfolgsgeschichten“ auf der Website der USAID, „was mehr als die Hälfte der Kosten des ohnehin schon teuren Produktionsprozesses ausmachen kann. Diese überhöhten Kosten beeinträchtigen die Wettbewerbsfähigkeit der libanesischen Erzeuger im Inland und auf den Exportmärkten, wo libanesische Produkte im Vergleich zu Olivenöl aus anderen Ländern 15 bis 30 Prozent teurer sein können.“

Ziel des Programms ist es, die Produktivität in Olivenplantagen zu verbessern und die Ernte- und Produktionskosten zu senken. Im Rahmen des Programms können Erzeuger mechanisierte Erntegeräte von Genossenschaften zum Preis von 20 Dollar pro Tag mieten. Das Erntegerät besteht aus einem mit einer 12-Volt-Batterie betriebenen Rechen, der vibriert und so die Oliven zu Boden fallen lässt. Das Gerät spart Zeit, senkt die Erntekosten und verhindert laut den Projektorganisatoren die oft durch die Handernte verursachten abgebrochenen Äste.

Plastikkisten und Planen, die auf den Boden gelegt werden, um die fallenden Oliven aufzufangen, sind im Rahmen des Programms ebenfalls erhältlich.

Im Jahr 2013, dem ersten Jahr des Programms, hatte LIVCD 29 Geräte an sechs Genossenschaften in den Regionen Koura, Batroun und Akkar bereitgestellt. Im vergangenen Jahr wurde dies auf 18 Genossenschaften ausgeweitet, an die 123 Ausrüstungssätze verteilt wurden. Im Jahr 2014 nutzten 853 Landwirte und Erzeuger die Geräte. Führungskräfte wurden für die Arbeit in den Büros der Genossenschaften in ländlichen Gebieten geschult, wodurch 73 Arbeitsplätze geschaffen wurden. Das Ziel für 2015 ist es, 30 Genossenschaften zu erreichen.