Wie ein Esslöffel Olivenöl einen halben Hektar Wellen beruhigt

Ein Dozent aus Harvard zeigt, wie schon ein einziger Esslöffel Olivenöl die Wellen auf einer Fläche von etwa 2000 Quadratmetern glätten kann.

Ein im Internet veröffentlichtes Video zeigt einen Harvard-Dozenten, der demonstriert, wie ein einziger Esslöffel Olivenöl die Wellen auf einer Fläche von etwa 2000 Quadratmetern beruhigen kann. Der Wissenschaftler Greg Kestin erklärt die wissenschaftlichen Hintergründe dieses verblüffenden Phänomens.

Zu Beginn des Videos ist Kestin zu sehen, wie er in einem Kanu auf einem See unterwegs ist. Dann gießt er einen Esslöffel Olivenöl ins Wasser, während ein Countdown beginnt.

Das Filmmaterial ist beschleunigt, sodass es einem Zeitraffer ähnelt, und das Öl hat sich bereits in der ersten Minute des Experiments ziemlich weit ausgebreitet. Nach zwei Minuten hat das Öl bereits eine große Fläche um das Kanu herum bedeckt, und die Wellen, die zuvor auf der Oberfläche zu sehen waren, sind praktisch verschwunden.

Acht Minuten später bedeckt das Olivenöl eine Fläche rund um das Kanu, die einem halben Morgen entspricht, und die Wellen haben sich in diesem Bereich vollständig beruhigt.






Kestin, der auf seinem YouTube-Kanal „What The Physics?“ Beiträge veröffentlicht, erklärt weiter, wie es einer so winzigen Menge Olivenöl gelungen ist, die Wellen auf einem so großen Gebiet im Grunde zu beruhigen. Seine Erklärung ist recht einfach und hat mit der Art und Weise zu tun, wie Öl- und Wassermoleküle miteinander interagieren.

Ölmoleküle sind zweiseitig und haben positiv und negativ geladene Enden. Die Ölmoleküle deprotonieren – sie verlieren ein positiv geladenes Proton –, wenn sie mit den Wassermolekülen in Kontakt kommen.

Die Ölmoleküle drehen sich auf ihre negativ geladenen Enden, wenn sie die positiv geladenen Wassermoleküle berühren (positiv geladene Teilchen ziehen negativ geladene an und umgekehrt). Die negativ geladenen Enden der Ölmoleküle drehen sich zur Wasseroberfläche hin, während die positiv geladenen Enden zum Himmel zeigen.

Das Ergebnis ist, dass jedes einzelne Ölmolekül, das in dem Esslöffel Olivenöl enthalten war, keine andere Wahl hat, als sich auf der Wasseroberfläche auszubreiten, sobald es diese berührt.

Die Ölmoleküle bilden schließlich eine Schicht, die nur ein Molekül dick ist; diese hauchdünne Schicht Olivenöl ist es, die verhindert, dass der Wind Wellen an der Wasseroberfläche erzeugt.

„Normalerweise erzeugt der Wind Wellen, indem er an der Wasseroberfläche Halt findet, aber hier wirkt das Öl wie ein verfilzter, zotteliger Teppich auf dem Wasser, der sich nicht leicht biegen oder dehnen lässt. Anstatt also Wellen zu erzeugen, zieht der Wind den Teppich einfach über das Wasser“, erklärte Kestin.

So konnte ein einziger Esslöffel Öl eine so große Fläche bedecken und die Wellen beruhigen.

Stell dir nur vor, was das für deine Bruschetta tun kann.