Experten sagen, dass die Treibhausgasemissionen innerhalb von drei Jahren bekämpft werden müssen

In einer am Vorabend des G20-Gipfels in Hamburg veröffentlichten Erklärung wurde darauf hingewiesen, dass die Treibhausgasemissionen bis 2020 deutlich sinken müssen, um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern, Politikern und Führungskräften aus der Wirtschaft hat eine Erklärung veröffentlicht, in der sie darauf hinweisen, dass die Treibhausgasemissionen bis 2020 gesenkt werden müssen, um den Klimawandel wirksam zu bekämpfen.

Zu diesem Zweck haben sie am Vorabend des G20-Gipfels, der letzte Woche in Hamburg stattfand, die Initiative „Mission 2020“ ins Leben gerufen. Das oberste Ziel dieser gemeinsamen Kampagne ist es, das Bewusstsein zu schärfen und die Notwendigkeit einer Reduzierung der Treibhausgasemissionen in den nächsten drei Jahren anzusprechen.

Die Gruppe wird von der ehemaligen UN-Klimachefin Christiana Figueres geleitet, die die Verhandlungen zum Pariser Klimaabkommen leitete.

Die Kernaussage des Berichts ist die Warnung, dass es schwierig sein wird, die Auswirkungen des Klimawandels innerhalb sicherer Grenzen zu begrenzen und die im Pariser Abkommen von 2016 festgelegten Temperaturziele zu erreichen – nämlich den Temperaturanstieg bis 2030 auf unter 2 Grad Celsius (3,6 Grad Fahrenheit) zu begrenzen –, wenn die Treibhausgasemissionen bis 2020 nicht deutlich zurückgehen.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat der Bericht sechs wichtige Meilensteine skizziert, die in den nächsten drei Jahren erreicht werden müssen:

  • Erneuerbare Energiequellen sollen weltweit zunehmend fossile Brennstoffe als Hauptstromquellen ersetzen und bis 2020 mindestens 30 Prozent der weltweiten Stromversorgung ausmachen. Gleichzeitig würde ein Moratorium für den Bau neuer Kohlekraftwerke verhängt und bestehende Anlagen würden stillgelegt.
  • Das bevorzugte Verkehrsmittel in Großstädten wird der emissionsfreie Verkehr sein. Dies würde einen Anstieg der Nutzung von Elektrofahrzeugen, strengere Effizienzstandards für Schwerlastfahrzeuge, mehr öffentliche Verkehrsmittel sowie eine Verringerung der Emissionen im Luft- und Schifffahrtssektor mit sich bringen.
  • Bemühungen um großflächige Renaturierung und eine Verringerung der Entwaldung. Gleichzeitig werden landwirtschaftliche Praktiken umweltfreundlich gestaltet, Ernährungssysteme effizienter gestaltet und die Ernährungssicherheit verbessert. Der Einsatz kohlenstoffarmer landwirtschaftlicher Anbaumethoden und Technologien wird gefördert, und eine Verringerung der Emissionen aus der Tierhaltung sollte angestrebt werden.
  • Es wird einen Rückgang der Schwerindustrie geben, die Eisen, Stahl, Zement, Chemikalien, Öl und Gas verwendet. Diese werden durch kohlenstoffarme Alternativen ersetzt.
  • Gebäude und Infrastruktur sollen dekarbonisiert werden, d. h. die Menge der beim Bau freigesetzten gasförmigen Kohlenstoffverbindungen wird bis 2050 reduziert. Gebäude werden zunehmend energieeffizienter, und Neubauten werden nach Null- oder Niedrigstenergiestandards errichtet.
  • Die Investitionen in Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels werden 1 Billion US-Dollar pro Jahr übersteigen, wobei sich alle Finanzinstitute gemäß einer „offengelegten Übergangsstrategie“ beteiligen. Dazu gehören Initiativen wie die Investition von mindestens 200 Milliarden US-Dollar an öffentlichen und 800 Milliarden US-Dollar an privaten Mitteln in Klimaschutzmaßnahmen pro Jahr, die Aufstockung der Mittel für den Klimaschutz und die Verzehnfachung der Emission von grünen Anleihen. Weitere Maßnahmen umfassen die Verpflichtung von Institutionen zur Offenlegung klimabezogener finanzieller Risiken, die Abschaffung von Subventionen für fossile Brennstoffe, den Stopp von Investitionen in die Kohle-, Öl- und Gasförderung sowie die Einführung eines CO₂-Bepreisungsmechanismus.

Der Bericht stellt optimistisch fest, dass Fortschritte erzielt wurden: In den letzten drei Jahren sind die weltweiten Kohlendioxidemissionen aus fossilen Brennstoffen stagniert und werden voraussichtlich abflachen. Dies wird auf Chinas wirtschaftlichen Wandel und den weltweiten Anstieg der Nutzung erneuerbarer Energien zurückgeführt.

Allerdings haben die weltweiten Temperaturen in den letzten zwei Jahren ihren Höchststand erreicht. 2016 war das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen: Im vergangenen Jahr wurde eine Rekordtemperatur von 1,1 °C über dem vorindustriellen Niveau gemessen, was einem Anstieg von 0,06 °C gegenüber dem bisherigen Rekord aus dem Jahr 2015 entspricht.

Dieser Trend zeigt, dass in den nächsten drei Jahren noch große Fortschritte bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen erzielt werden müssen, damit die Pariser Ziele letztendlich erreicht werden können.