Die alten Olivenbäume Apuliens kartografieren
Derzeit läuft ein Projekt, bei dem die alten und monumentalen Olivenbäume Apuliens mithilfe von Satellitentechnologie kartiert werden. Jeder Baum wird einzeln erfasst und in eine regionale Datenbank aufgenommen.
„Finger weg von den Oliven
“ – Kampagne aus dem Salento in Apulien
Apulien ist Italiens größte Olivenöl-Produktionsregion und macht etwa 40 Prozent der jährlichen Gesamtproduktion des Landes von 550.000 Tonnen Olivenöl aus. Schätzungen zufolge gibt es in Apulien 60 Millionen Olivenbäume, und man sagt gerne, dass das genau einer pro Kopf der 60 Millionen Einwohner Italiens ist.
Etwa sechs Millionen dieser Bäume gelten als „monumentali“ (monumentale Bäume), und knapp eine halbe Million Bäume werden als „ulivi secolari“ (jahrhundertealte Bäume) bezeichnet.
Derzeit läuft ein Projekt, bei dem die Bäume mithilfe von Satellitenfotos kartiert werden. Jeder Baum wird einzeln katalogisiert und in eine Datenbank aufgenommen. Der Umweltbeauftragte Apuliens, Lorenzo Nicastro, erklärte, die Bestandsaufnahme werde 250.000 Euro kosten und sei ein wertvolles Instrument für die Behörde, die mit dem Schutz der Bäume sowie der Erteilung oder Verweigerung von Genehmigungen für die Verpflanzung von Bäumen betraut ist.
Im Jahr 2007 wurde ein Gesetz eingeführt
um monumentale und alte Bäume vor Umpflanzung und Zerstörung zu schützen. Fotos von jahrhundertealten Olivenbäumen, die in die Gärten von Wochenendvillen mailändischer Geschäftsleute (darunter Berlusconi) verpflanzt worden waren, mobilisierten die Unterstützung für den Schutz der Olivenbäume in Apulien und führten zur erfolgreichen Verabschiedung des Gesetzes. Das Gesetz von 2007 sollte Ende dieses Monats auslaufen, wurde jedoch mit einigen Änderungen verlängert.
Die niedrigen Preise für Olivenöl verleiten Landwirte dazu, ihre Olivenanbauflächen an Immobilienentwickler zu verkaufen oder lukrativere Kulturen anzubauen. Italiens hohe Stromkosten und staatliche Anreize haben Photovoltaik-Anlagen (Solarfeldern) zu einer sehr beliebten Alternative zum Olivenanbau gemacht.