Cerignola in Apulien ist Gastgeber des 2. nationalen Wettbewerbs für Tafeloliven
Monna Oliva bewertet Tafeloliven aus verschiedenen Regionen, um die Erzeuger zu unterstützen und ihnen dabei zu helfen, die Produktqualität zu verbessern und den Sektor wiederzubeleben.
Die Olive ist nicht nur die Frucht, aus der wir natives Olivenöl extra gewinnen. Sie spielt in vielen Rezepten der mediterranen Esskultur eine zentrale Rolle, ist die Hauptzutat von Vorspeisen, Gewürzen und Saucen und die Königin des Aperitifs: Eine Schale mit grünen Oliven gehört zu den unverzichtbaren Bestandteilen einer italienischen Happy Hour – natürlich begleitet von einem guten Glas Wein oder einem gut gerührten Spritz.
Sowohl durch ihre Form – kugelförmig oder oval, winzig oder groß – als auch durch ihre leuchtenden Farben, die von Gelb und Schwarz bis hin zu jenem besonderen Farbton reichen, der dem Begriff „olivgrün“ seinen Namen gab, verleiht die Olive dem Tisch eine fröhliche Note. Eine besondere, fast schon verspielte Eleganz erreicht die Olive, wenn sie auf einen Zahnstocher gespießt in ein Martini-Glas getaucht wird.

In den letzten Jahren war sowohl bei der Produktion als auch beim Verbrauch von Tafeloliven ein starker Wachstumstrend zu verzeichnen. Der weltweite Verbrauch hat sich mehr als verdoppelt, mit einem Anstieg von 169 Prozent von 1990/91 bis 2014/15. In den ersten vier Monaten des Erntejahres 2014/15 (d. h. von Oktober 2014 bis Januar 2015) waren die Importe von Tafeloliven in den Vereinigten Staaten laut dem Internationalen Olivenrat um 3 Prozent höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Spanien, der weltweit größte Produzent, ist auch das Land mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch (4,0 kg jährlich), gefolgt von Malta (3,8 kg), Zypern (3,0 kg) und Italien (2,4 kg).
Im vergangenen Jahr fand der erste nationale italienische Wettbewerb für die besten Tafeloliven statt: „Monna Oliva“, dessen Name eine klare Anspielung auf die berühmte Mona Lisa ist, die Protagonistin des Gemäldes von Leonardo da Vinci und Botschafterin des italienischen Genies und der italienischen Exzellenz in der Welt.
Die einzigartige Veranstaltung ist eine Idee von Paola Fioravanti, einer Verfechterin der Kultur des nativen Olivenöls extra in Italien und Präsidentin der UMAO (Mediterranean Union of Oil Tasters), einer 1995 gegründeten gemeinnützigen Organisation zur Erhaltung und Förderung der Kultur des Olivenöls und anderer typischer Lebensmittel, die die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Nationalen Vereinigung der Olivenölfrauen (Donne dell’Olio) organisiert.
„Die Olive ist eine kostbare Frucht, die jedoch noch nicht ausreichend gewürdigt wird“, sagte Ivano Caprioli, Sensorik-Analyst und Leiter der Jury des Wettbewerbs. „Es ist ein großartiges Produkt, sowohl wegen seines Geschmacks als auch wegen seiner hervorragenden ernährungsphysiologischen Eigenschaften. Es kann durch Diversifizierung der Anbau- und Verarbeitungstechniken hergestellt werden, um ein Produkt zu angemessenen Kosten zu erhalten.“
„Normalerweise dominieren nur zwei oder drei Olivensorten den Markt“, fuhr Caprioli fort, „aber es gibt viele andere Sorten, die für Tafeloliven verwendet werden können.“ Ziel des Wettbewerbs ist es, die besten Tafeloliven aus verschiedenen regionalen Produktionen zu würdigen und die Erzeuger zu unterstützen, indem man ihnen hilft, die Produktqualität zu verbessern und den Sektor wiederzubeleben. Auf diese Weise können kleine Hersteller von nativem Olivenöl extra ihre Produktion diversifizieren, ohne ihr Portfolio unbedingt um ein völlig anderes Produkt erweitern zu müssen.

Dom von Cerignola (Apulien), Italien
Oliven haben hervorragende Eigenschaften, die mit denen von nativem Olivenöl extra vergleichbar sind, und sie können ähnliche Nährstoffe liefern. Oliven können zudem eine längere Haltbarkeit haben als natives Olivenöl extra. „Die Herstellung von Tafeloliven kann relativ einfach sein. Wenn man sie beispielsweise ‚al naturale‘ zubereitet“, erklärte Caprioli, „legt man die Oliven einfach in eine Lösung aus Salz und Wasser, und die Mikroorganismen an der Außenseite der Olive setzen die Gärung in Gang. Man muss die Fähigkeit beherrschen, die Gärungsparameter unter Kontrolle zu halten, was entscheidend ist, um die Bitterkeit zu reduzieren, den Geschmack zu verbessern und ein hochwertiges Produkt zu erhalten.“
Etwa 70 Betriebe werden an der zweiten Ausgabe von Monna Oliva teilnehmen. Der Wettbewerb, der nach Herstellungsart unterteilt ist (Natur, Castelvetrano-Stil, Sevilla-Stil und California-Stil), ist natürlichen, in Salzlake eingelegten und geschrumpften Oliven vorbehalten.
Siehe auch: Informationen
zur Veranstaltung Monna Oliva
Monna Oliva wird außerdem das erste italienische Forum für Tafeloliven, ein Treffen italienischer Erzeuger sowie einen Fachworkshop veranstalten, bei dem über Produktion, Traditionen und Werbemaßnahmen gesprochen wird.
Die Veranstaltung ist wandernd und findet an Orten statt, die für die Tafelolivenproduktion bekannt sind. Nach der ersten Ausgabe in Castelvetrano auf Sizilien, berühmt für die „Nocellara del Belice“, findet die diesjährige Veranstaltung vom 25. bis 27. Juni in Cerignola in Apulien statt, dem Geburtsort der „Bella di Cerignola“.
„Wir haben bereits viele hochwertige Produkte bewertet und sind überzeugt, dass dieser Wettbewerb ein noch höheres Niveau erreichen wird“, schloss Caprioli. „Für zukünftige Ausgaben möchten wir Produzenten aus dem Ausland einladen. Wir würden den Wettbewerb gerne auf eine internationale Ebene heben.“