Die Vorzüge der Oliven über die Küche hinaus nutzen

Forscher experimentieren mit ungewöhnlichen Methoden, um die positiven Eigenschaften von Oliven und Olivenöl zu nutzen. Von straffenden Jeans bis hin zu Tees aus Olivenblättern.

Sie glauben also, natives Olivenöl extra sei nur zum Würzen Ihres Salats geeignet? Köche und Konditoren beweisen bereits, dass natives Olivenöl extra in ihren originellen und raffinierten Rezepten neben anderen, eher klassischen Zutaten eine Hauptrolle spielen kann. Doch in letzter Zeit experimentieren Unternehmen und Forscher auf der ganzen Welt mit neuen Anwendungsmöglichkeiten und nutzen dabei die inneren Eigenschaften der Olive wie Geschmack, gesundheitliche Vorteile oder als Energiequelle.

Im Jahr 2009 brachte der italienische Designer Giulio Patrizi „Eco Fast Furniture“ auf den Markt, eine vollständig nachhaltige Outdoor-Möbelserie aus dem vollständig recycelten und wiederverwertbaren Material „Ecomat“, das aus den Abfällen der Olivenölproduktion gewonnen wird. Das für den Mediterranean Design Competition entwickelte Projekt erhielt auf der Istanbul Design Week eine besondere Auszeichnung für den innovativen Einsatz von Materialien. In jüngerer Zeit hat eine Forschungsgruppe unter der Leitung von Maurizio Servili an der Universität Perugia in Italien an möglichen Verwendungszwecken für Rückstände aus Olivenmühlen gearbeitet, um daraus Baustoffe und Brennstoffe herzustellen.

Wranglers „Olivenöl-Jeans“
Wranglers „Olivenöl-Jeans“

Doch die Verwertung von Olivenöl kann noch viel weiter gehen.

Wie Julie Butler bereits in der „Olive Oil Times“ berichtete, hat Wrangler, der weltberühmte amerikanische Hersteller, der auf Denim-Bekleidung spezialisiert ist, feuchtigkeitsspendende Jeans mit Olivenöl auf den Markt gebracht, ebenso wie beruhigende und „Anti-Cellulite“-Jeans auf der Basis von Aloe Vera und Koffein. Die feuchtigkeitsspendende Wirkung wird durch den im Olivenöl enthaltenen Inhaltsstoff Squalen gewährleistet, einen leistungsstarken Feuchtigkeitsspender, der die gleiche Struktur wie ein natürlich in der menschlichen Haut vorkommendes Lipid aufweist, sodass er leicht in die oberen Hautschichten eindringen kann.

Cazzetta-Likör mit Olivenöl
Cazzetta-Likör mit Olivenöl

Bastien Milhau, Autor des französischen Blogs „Passion Olive“, sammelt Geschichten und Kuriositäten rund um natives Olivenöl extra: wie zum Beispiel den Olivenlikör, der traditionell im Departement Gard – einem Departement in Südfrankreich in der Region Languedoc-Roussillon – durch die Destillation schwarzer Oliven in reinem Alkohol und Zucker hergestellt und von einem lokalen Handwerksbrenner wieder zum Leben erweckt wurde.

In Apulien – ganz im Süden Italiens – gibt es einen weiteren traditionellen Olivenlikör, der vom Hersteller von nativem Olivenöl extra Cazzetta nach einem alten Rezept der basilianischen Mönche hergestellt wird. Das alte Rezept wurde in einer historischen unterirdischen Olivenmühle gefunden; für die Herstellung werden Grappa sowie die lokalen Olivensorten „Cellina di Nardò“ und „Ogliarola Salentina“ verwendet.

„Air-lift“-Kaugummi mit nativem Olivenöl extra
„Air-lift“-Kaugummi mit nativem Olivenöl extra

Ein spanisches Unternehmen hat kürzlich „Air-lift“ auf den Markt gebracht, eine Kaugummi-Serie, die dank einer auf Olivenöl basierenden Formel speziell zur Bekämpfung von Mundgeruch, Zahnbelag und Zahnstein entwickelt wurde. Eine patentierte Kombination aus nativem Olivenöl extra, Xylit und Fluorid bindet und spült die VSC (flüchtige Schwefelverbindungen, die für Mundgeruch verantwortlich sind) aus, ohne das natürliche Gleichgewicht im Mund zu beeinträchtigen.

In Süditalien, wo Olivenhaine weit verbreitet sind, stellten die Einheimischen früher Tees her, um den vollen Geschmack und die Vorzüge der Olivenbäume zu nutzen, ohne die kostbaren Früchte zu verschwenden. Die zartesten Blätter wurden von Hand gepflückt und langsam in der Sonne oder in speziellen Öfen getrocknet, um sicherzustellen, dass der maximale Gehalt an Antioxidantien und Oleuropein erhalten bleibt.

Diese alte Tradition wurde von der Firma Mirabilia wiederentdeckt, deren Olivenhaine laut ihrer Website „auf einer antiken archäologischen Stätte – Cluviae – liegen, die einst Heimat der Sanniten war, die bereits in der Römerzeit auf eben dieser weiten Hochebene der Abruzzen ihre Oliven anbauten.“