Roboter für die Olivenernte könnten bald Realität werden
Die Muttergesellschaft von Google investiert in landwirtschaftliche Roboter, die eines Tages zur Olivenernte eingesetzt werden könnten.
Die Zukunft der Landwirtschaft rückt immer näher und könnte sich dramatisch auf die Produktionskosten von Olivenöl auswirken. Das Unternehmen Abundant Robotics in Hayward, Kalifornien, entwickelt derzeit einen Prototypen einer Obsternte-Maschine, die mithilfe künstlicher Intelligenz den optimalen Zeitpunkt für die Ernte ermittelt, während sie die Früchte in einen Auffangbehälter saugt.
Die Maschine wird derzeit an Äpfeln getestet, doch die Unternehmensgründer planen, in Zukunft auch auf andere Obstsorten auszuweiten.
Nach der Sicherung einer Investition in Höhe von 10 Millionen US-Dollar
durch Google Ventures, die Yamaha Motor Company und andere ist Abundant Robotics bereit, traditionelle landwirtschaftliche Erntemethoden, einschließlich der Olivenernte, zu revolutionieren.
Während sich das Unternehmen derzeit auf Apfelplantagen in den Vereinigten Staaten und Australien konzentriert, könnte sich seine Vakuum-Erntetechnologie auch für Oliven als nützlich erweisen, die aufgrund ihrer empfindlichen Schale traditionell von Hand gepflückt werden.
Mithilfe komplexer Algorithmen kann der Ernte-Roboter von Abundant eine Frucht von den umgebenden Blättern unterscheiden. Anschließend kann der Roboter anhand einer Reihe visueller Variablen feststellen, ob die Frucht den optimalen Reifegrad erreicht hat, und die Entscheidung treffen, sie zu pflücken.
Der Ernte-Roboter richtet dann seinen Vakuumsauger aus und entfernt die Frucht vom Baum. Die Maschine kann rund um die Uhr ernten und nutzt dabei nachts spezielle Bildgebungstechnologie.
Die mechanisierte Olivenernte erfolgt oft mit großen Maschinen, die die Bäume schütteln oder mit großen Rechen oder Bürsten umhüllen. Das Schütteln könnte jedoch die Wurzelstruktur eines Baumes beeinträchtigen, während ältere, unregelmäßig geformte Olivenbäume möglicherweise nicht in den Rumpf einer mechanischen Erntemaschine passen. Der Einsatz eines Roboter-Saugers könnte mehr Vielseitigkeit ermöglichen.
Die Einführung der automatisierten Ernte könnte dramatische Auswirkungen auf die saisonalen Arbeitskräfte der größten Olivenölproduzenten haben.
In Spanien stieg die Arbeitslosigkeit im ersten Quartal 2017 auf 18,8 Prozent, während Italien und Griechenland derzeit Quoten von etwa 11,3 bzw. 21,7 Prozent aufweisen. Diese Länder verzeichneten in den letzten Jahren zudem einen starken Zustrom von Wirtschaftsmigranten und Flüchtlingen, was den Wettbewerb um Arbeitsplätze in arbeitsintensiven Branchen wie der Landwirtschaft verschärfte.
Infolgedessen werden die Kosten für Saisonarbeitskräfte bei der Olivenernte für die Produzenten im Mittelmeerraum kurzfristig wahrscheinlich relativ niedrig bleiben, was groß angelegte Kapitalinvestitionen in Robotik für alle außer den größten landwirtschaftlichen Betrieben in der Region unwahrscheinlich macht.
In den Vereinigten Staaten beschäftigen Obst- und Nussfarmen derzeit rund 41 Prozent der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte des Landes, also fast 200.000 Menschen. Davon besteht ein Sechstel der Belegschaft aus Migranten. Der Druck durch Einwanderungsgegner und Erhöhungen des Mindestlohns könnten die Produzenten jedoch dazu zwingen, den Einsatz landwirtschaftlicher Technologien in den Vereinigten Staaten zu beschleunigen, da sich die Kapital- und Arbeitskosten angleichen.
Da Roboter auf dem Feld immer weiter voranschreiten und mehr Wettbewerber auf den Markt drängen, werden die Preise für automatisierte Erntemaschinen zunehmend wettbewerbsfähig. Für Olivenölproduzenten, die auf Geschwindigkeit und Effizienz angewiesen sind, um ein hochwertiges Produkt zu pressen, abzufüllen und an ihre Kunden zu liefern, könnte der optimale Preis für einen Roboter, der Tag und Nacht mit nahezu perfekter Genauigkeit arbeiten kann, eher früher als später erreicht werden.