Forscher des US-Landwirtschaftsministeriums entwickeln neue Tests zur Aufdeckung von Olivenölverfälschungen
Forscher des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) haben neue Methoden zur Überprüfung der Echtheit von Olivenöl sowie eine bessere Verwertungsmöglichkeit für Trester gefunden.

Der Lebensmitteltechnologe Carl Olsen vom US-Landwirtschaftsministerium (USDA) und die Agraringenieurin Rebecca Milczarek
Wissenschaftler des Agricultural Research Service (ARS) haben sich der Olivenforschung zugewandt und dabei zwei neue Analysemethoden zur Überprüfung der Echtheit von Olivenöl entwickelt sowie potenzielle Verwendungsmöglichkeiten für Olivennebenprodukte ermittelt.
Neue analytische Tests
Wie in der Mai/Juni-Ausgabe 2013 des Magazins „Agricultural Research“
berichtet, haben ARS-Forscher in Albany, Kalifornien, ein Verfahren entwickelt, das die PCR-Technologie (Polymerase-Kettenreaktion) nutzt, um nicht deklarierte Öle zu erkennen, die dem Olivenöl beigemischt wurden. Die von dem Chemiker Talwinder Kahlon und seinen Mitforschern entwickelte Technologie unterscheidet die DNA mehrerer in Olivenöl vorkommender Gene von den Genen anderer Pflanzenöle. Der Test kann mit Geräten in DNA-Labors innerhalb weniger Stunden durchgeführt werden.
Selina Wang, Forschungsdirektorin am UC Davis Olive Center, merkte an, dass die Methode vielversprechend aussehe. Die Bioinformatik habe sich in den letzten Jahren stark verbessert und „der Bereich der DNA-Sequenzierung erlebt einen Boom“, so Wang.
Ein weiterer analytischer Test, der vom ARS-Forscher Jiann-Tsyh Lin entwickelt wurde, nutzte ein neues Verfahren zur Untersuchung von Triglyceriden (drei Fettsäuren), um festzustellen, ob Olivenölproben Öle aus anderen Pflanzen enthielten. Obwohl die Analyse von Fettsäuren nicht neu ist, ist der Einsatz der ESI-MS-Technologie (Elektrospray-Ionisations-Massenspektrometrie) neu und dürfte den Prozess vereinfachen, wie in dem Artikel in Agricultural Research angemerkt wird.
Nebenprodukte der Ölgewinnung
Nach der Gewinnung von einem Gallone Olivenöl im Mahlprozess bleiben laut ARS-Ingenieurin Rebecca Milczarek 38 Pfund Schalen, Fruchtfleisch und Kerne übrig. Mühlenbetreiber zahlen oft dafür, das Nebenprodukt, das als „Trester“ bezeichnet wird, an andere Standorte zu transportieren, um es dort zu trocknen und als Zutat in Rinderfutter zu verkaufen.
Milczarek erforschte bessere Methoden für den Umgang mit dem Trester. Sie entwickelte ein kombiniertes Mikrowellen- und Konvektionsverfahren, das Mühlenbetreiber vor Ort anwenden können, um den Trester vor dem Versand teilweise zu trocknen. Das getrocknete Material würde weniger wiegen und somit weniger Versandkosten verursachen.
Milczarek schlug vor, den getrockneten Trester an einen zentralen Standort zu schicken, um ihn dort als möglichen Inhaltsstoff für Kosmetika oder Arzneimittel weiterzuentwickeln.
Mehr Lebensmittelsicherheit
Burger könnten in Zukunft dank Oliven sicherer zu essen sein. Der Chemiker Mendel Friedman experimentierte damit, Olivenpulver dem Rinderhackfleisch beizumischen, bevor er die Burger auf der Grillplatte zubereitete. Olivenpulver erwies sich als wirksam bei der Unterdrückung von E. coli-Bakterien und den möglicherweise krebserregenden heterozyklischen Aminen, die beim Garprozess entstehen.
Frühere Studien zeigten, dass Olivenextrakte Krankheitserreger abtöten können, doch Friedmans Studie belegte, dass Olivenpulver gleichzeitig die Bakterien und die beiden Amine reduzieren kann. Friedman merkte an, dass weitere Studien erforderlich sind, um zu prüfen, ob das Pulver den Geschmack der Lebensmittel beeinflusst.