Die Waldbrände in Amazonien bedrohen das Handelsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur
Aus Sorge um die Umweltzerstörung im Amazonasgebiet aufgrund der Tausenden von Bränden fordern die europäischen Länder von Brasilien Garantien, dass die Brände bekämpft werden, bevor das Abkommen geschlossen wird.
Die Tausenden von Waldbränden, die derzeit im Amazonas-Regenwald wüten, könnten den Abschluss des Handelsabkommens gefährden, das von der Europäischen Union und dem Mercosur-Staatenbund noch ratifiziert werden muss.
Mehrere europäische Staats- und Regierungschefs äußerten ihre Besorgnis über die Brände; der französische Präsident Emmanuel Macron twitterte: „Unser Haus brennt.“ Frankreich und Irland warnten Brasilien, sie würden ihre Parlamente auffordern, gegen die Ratifizierung des Abkommens zu stimmen, sollte das südamerikanische Land kein starkes Engagement zur Eindämmung der Brände zeigen.
Die deutsche Umweltministerin Svenja Schulze erklärte ihrerseits, dass Garantien der brasilianischen Regierung zum Schutz des Regenwaldes erforderlich seien, um das Handelsabkommen abzuschließen; später erklärte jedoch ein Sprecher der deutschen Regierung, dass eine Aufkündigung des Abkommens keine angemessene Reaktion auf die Brände im Amazonasgebiet sei.
Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro argumentierte hingegen, dass die Brände allein keine Sanktionen gegen Brasilien rechtfertigten, und machte Nichtregierungsorganisationen und Landwirte für die Katastrophe verantwortlich.
Mehr als die Hälfte des Amazonas-Regenwaldes, der wegen der von ihm freigesetzten Sauerstoffmengen als „die Lunge der Erde“ bezeichnet wird, liegt auf brasilianischem Gebiet. Verheerende Brände sind ein übliches Phänomen, doch in diesem Jahr haben sie um fast 80 Prozent zugenommen, was Umweltschützer und Menschen auf der ganzen Welt alarmiert.
Es wurde erwartet, dass das Thema der Amazonas-Waldbrände zu den wichtigsten Themen des G7-Gipfels in Biarritz, Frankreich, gehören würde.