Das Bakterium Xylella fastidiosa erreicht Spanien
Ein aggressives Bakterium, das nach Ansicht von Experten das Potenzial hat, die Olivenernte in Europa zu vernichten, wurde bei einer Routinekontrolle erstmals auf der Insel Mallorca entdeckt.
Eine Unterart des aggressiven Erregers, der von der spanischen Zeitung „El Mundo“ als „Ebola der Olivenbäume“ bezeichnet wurde und der nach Ansicht von Experten, die sich in der Vergangenheit damit auseinandersetzen mussten, das Potenzial hat, die Olivenernte in der Europäischen Union zu vernichten, wurde erstmals auf der Insel Mallorca entdeckt.
Siehe auch: Umfassende Berichterstattung zum Ausbruch von Xylella
fastidiosa
Die Krankheit Xylella fastidiosa
zählt laut Experten zu den „gefährlichsten der Welt“ für Nutzpflanzen und stellt eine sehr ernsthafte Bedrohung dar. Der Erreger besiedelt die Gefäße, über die eine Pflanze Wasser und Nährstoffe transportiert.
Die Unterart, die bisher auf Mallorca gefunden wurde, befällt laut Europa Press nur Kirschbäume und Oleander.
Die Folge ist, dass die Pflanze unter schweren Symptomen wie Verbrennungen und Welken des Laubs leidet und schließlich abstirbt. Die Tatsache, dass das Bakterium zahlreiche Wirte und Vektoren hat, bereitet den lokalen Behörden Sorge, da die Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Kontamination der Insel nicht ausgeschlossen werden kann.
Der Erreger wurde erstmals auf Mallorca von Beamten des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft und Fischerei der Balearen bei einer Routinekontrolle an drei Kirschbäumen in einem der Gartencenter der Stadt entdeckt. Bislang hat er die Olivenbäume der Insel noch nicht befallen, doch die Behörden bleiben in dieser Angelegenheit äußerst vorsichtig.
Um eine weitere Kontamination zu verhindern, haben Regierungsbeamte ein Bewegungsverbot auf der Insel verhängt, das sich über 15.000 Hektar erstreckt; das Ziel ist es, „die Ausbreitung des Bakteriums einzudämmen und zu beseitigen“. Die spanischen Behörden führen Tests an anderen Pflanzen durch und suchen nach Insekten, die die Krankheit übertragen, um deren Ausbreitung einzuschätzen und sie schließlich auszurotten.
Solche Ausbrüche sind nicht nur für Spanien, sondern auch für Italien und die gesamte Europäische Union zu einem großen Problem geworden, während der Olivenölmarkt 2016 von mäßigen Ernten und steigenden Olivenölpreisen betroffen war.
Tatsächlich wird erwartet, dass die Olivenölproduktion der Europäischen Union im Jahr 2016 stark zurückgehen wird, da der Sektor mit zahlreichen Bedrohungen konfrontiert war. Dürre und Krankheiten haben Südfrankreich und Italien heimgesucht, und Spanien, der weltweit größte Olivenölproduzent, sah sich mit Unsicherheiten konfrontiert, die auf die pessimistischen Ertragsprognosen der Regierung zurückzuführen sind. Das „Ebola der Olivenbäume“ ist ein weiteres großes Problem für die europäischen Olivenölbauern, die ein schwieriges Jahr hinter sich haben.
Das Bakterium Xylella fastidiosa wurde erstmals 2013 in Apulien, Italien, entdeckt. Der Erreger beeinträchtigte die italienische Olivenernte erheblich – Hunderttausende Hektar Olivenhaine wurden verwüstet – und richtete später auch in Südfrankreich verheerenden Schaden an den Olivenbäumen an.
Zuvor war es bereits in Asien und Amerika aufgetreten. Der Ausbruch von Xylella fastidiosa im Jahr 2015 führte zu einem Anstieg der Olivenölpreise um zwanzig Prozent. Falls es den spanischen Behörden nicht gelingen sollte, den Erreger auszurotten, könnte der Olivenölpreis einen beispiellosen Anstieg verzeichnen.