Landwirte in Spanien fordern ein Ende der zollfreien Importe aus Marokko

Der COAG Andalusien äußert Bedenken hinsichtlich der Einfuhr von marokkanischem Olivenöl nach der Aufhebung des EU-Handelsabkommens von 2012.

Seit 2012 ermöglicht ein Agrarhandelsabkommen mit Marokko die zollfreie Einfuhr von Dutzenden marokkanischer Produkte in die EU. Dazu gehören landwirtschaftliche Erzeugnisse, Fischereierzeugnisse sowie Olivenöl aller Kategorien.

Letzte Woche hat ein EU-Gericht das Abkommen für nichtig erklärt, woraufhin die spanische COAG Andalusien, der Verband der Landwirte und Viehzüchter der Region, ein Einfuhrverbot für marokkanisches Olivenöl nach Spanien forderte (Spanien ist mit einem Anteil von mehr als 60 Prozent der Importe der größte Abnehmer von marokkanischem Olivenöl).

Ein großer Teil der Besorgnis, so COAG Andalusien, bestehe darin, dass „diese Liberalisierung (der Importe) zusammen mit der fehlenden Herkunftskontrolle bei der Kennzeichnung nicht nur den Import von Öl aus Marokko, sondern aus jedem anderen Erzeugerland der Region ermöglicht“.

Verschärft werde das Problem, so COAG, dadurch, dass diese Länder nicht in allen Bereichen die gleichen strengen EU-Vorschriften einhalten, sei es in Bezug auf Arbeit, Umwelt oder andere Bereiche. Dies benachteilige die EU und ihre Erzeuger, da nicht alle nach den gleichen Regeln spielen.

Darüber hinaus ist COAG Andalusien der Ansicht, dass ein solches Abkommen den lokalen Erzeugern und Volkswirtschaften Marokkos nicht wirklich zugutekommt, sondern lediglich der Olivenöl-Lobby. Diese Sorge wurde auch in Bezug auf Tunesien geäußert, das Gegenstand eines Vorschlags zur Erhöhung der Quote für zollfreie Olivenölimporte in die EU ist.

Obwohl der EU-Gerichtshof die Aufhebung des ursprünglichen Abkommens von 2012 angeordnet hat, dürfte der Handel zum jetzigen Zeitpunkt nicht beeinträchtigt sein, da die EU noch über zwei Monate Zeit hat, dagegen Berufung einzulegen. Es scheint jedoch, als würde Spanien diese Gelegenheit nutzen, um den zollfreien Handel mit Olivenöl aus dem nordafrikanischen Land unverzüglich zu stoppen.