Israel übt weiterhin Druck auf die EU wegen der Kennzeichnungsvorschrift aus

Netanjahu hat „eine Neubewertung der Beteiligung von EU-Organen an allen Angelegenheiten, die mit dem diplomatischen Prozess mit den Palästinensern zusammenhängen“, angeordnet.

Die Europäische Union beharrt weiterhin darauf, dass ihre kürzlich verabschiedete Kennzeichnungsrichtlinie für Produkte, die aus den Siedlungsgebieten im Westjordanland exportiert werden, lediglich eine Frage der geografischen Bezeichnung und Herkunft sei, doch laut einem Bericht der Associated Press glaubt die israelische Regierung nicht daran. Die Nachrichtenagentur berichtete am Sonntag über die Ankündigung des israelischen Außenministeriums, „die Kontakte zu Vertretern der Europäischen Union in Fragen des Nahostfriedens aus Protest auszusetzen“.

Bis zum Abschluss der Neubewertung hat der Ministerpräsident eine Aussetzung der diplomatischen Kontakte mit der EU und ihren Vertretern in dieser Angelegenheit angeordnet. – Erklärung des israelischen Außenministeriums

Dieser Schritt ist eine Reaktion auf neue EU-Exportvorschriften, die Anfang November verabschiedet wurden und nun vorschreiben, dass jüdische Siedlungen in Ostjerusalem, im Westjordanland und auf den Golanhöhen die Herkunft ihrer Waren mit eindeutigen Formulierungen angeben müssen, die auf die israelische Besatzung hinweisen.

Produkte aus den betreffenden Gebieten, darunter Geflügel, Datteln, Kosmetika, Wein und Olivenöl sowie weitere Waren, machen nur einen Bruchteil der israelischen Exporte nach Europa aus. Dennoch verurteilen israelische Regierungsvertreter unter der Führung des Ministerpräsidenten die Entscheidung als diskriminierend und an Antisemitismus grenzend und verweisen dabei auf die anhaltende Gewalt, die in den letzten Monaten von Palästinensern ausgelöst wurde.

Am 12. November gab Netanjahu eine scharfe Erklärung ab: „Die Europäische Union hat beschlossen, ausschließlich Israel zu kennzeichnen, und wir sind nicht bereit zu akzeptieren, dass Europa die Seite kennzeichnet, die vom Terrorismus angegriffen wird.“

Mit diesem jüngsten Schritt hat Netanjahu laut einer Erklärung des Ministeriums vom Sonntag „eine Neubewertung der Beteiligung von EU-Gremien an allem, was mit dem diplomatischen Prozess mit den Palästinensern zusammenhängt“, angeordnet. „Bis zum Abschluss dieser Neubewertung hat der Ministerpräsident eine Aussetzung der diplomatischen Kontakte mit der EU und ihren Vertretern in dieser Angelegenheit angeordnet.“

Da jedoch die Beziehungen zwischen Exporteuren und einzelnen EU-Mitgliedstaaten weiterhin aufrechterhalten werden dürfen und die Nahost-Friedensgespräche bereits vor Monaten gescheitert sind, können verschiedene Nachrichtenagenturen nur spekulieren, ob die Erklärung der Israelis über bloße Symbolpolitik hinausgeht.

Die EU als Zusammenschluss von 28 Staaten erkennt ihrerseits die israelische Kontrolle über die 1967 eroberten Gebiete nicht an.