Olivenöl könnte Griechenland helfen, seine Wirtschaft wieder anzukurbeln

Um sich von der Krise zu erholen und seine Wirtschaft wieder anzukurbeln, sollte sich Griechenland strategisch auf die Bereiche Energie, Tourismus und landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Olivenöl und Oliven konzentrieren.

Eine aktuelle Studie mit dem Titel „Griechenland in zehn Jahren“ soll die Grundlagen für den wirtschaftlichen Aufschwung des krisengeschüttelten Landes schaffen.

Die von der Unternehmensberatung McKinsey in Athen erstellte Studie schlägt ein „Nationales Wachstumsmodell“ vor, das Prioritäten setzt, was in welchen Wirtschaftssektoren zu tun ist. Tourismus und Energie gelten als Schlüsselbranchen. Ebenso ist die Landwirtschaft kein kleines Rädchen im großen Getriebe, sondern ein wichtiger Akteur, der erhebliche Einnahmen generieren und Arbeitsplätze schaffen wird.

Wenn in Griechenland der Begriff „Landwirtschaft“ fällt, kommt einem sicherlich eines in den Sinn: Oliven und Olivenöl. Neben anderen Produkten (Tomaten, Feta-Käse, Pfirsiche und Safran), die im Ausland in Hülle und Fülle beworben und verkauft werden können, nimmt natives Olivenöl extra bereits eine herausragende Stellung als Spitzenprodukt ein. Die Studie führt die bekannte Tatsache an, dass 60 Prozent des exportierten griechischen Olivenöls in großen Mengen und nicht standardisiert nach Italien verkauft werden .

Dies führt unmittelbar zu einem „schwarzen Loch“ auf dem Ölmarkt in Höhe der 50-prozentigen Preisaufschläge auf das Endprodukt. Das Öl in Großmengen wird für 2,10 € pro Kilo nach Italien verkauft, und Italien verkauft sein standardisiertes Öl (das auch das griechische Öl enthält) für 3,10 € pro Kilo. Infolgedessen erhält Griechenland laut der Studie „nicht seinen gerechten Anteil“ an den Olivenölexporten.

Um diese Situation umzukehren und alle Möglichkeiten ausschöpfen zu können, definiert die Studie vier wichtige strategische Richtungen. In Bezug auf Oliven und Olivenöl lassen sich die zu verfolgenden Strategien klar formulieren:

1. Die wichtigsten Exportmärkte identifizieren und ihnen Vorrang einräumen: Größe, Wachstumspotenzial und Aufgeschlossenheit gegenüber Produkten aus Griechenland sollten die entscheidenden Faktoren sein, in Verbindung mit der Präsenz von Einzelhändlern und der Einfachheit der Handelsabwicklung. Für Olivenöl könnten die Zielmärkte Deutschland, Österreich, Italien, Russland und Nordamerika sein.

2. Schaffung von Mehrwert für exportiertes Olivenöl und Oliven: Verkauf von standardisiertem und markengebundenem Olivenöl, Schaffung eines globalen Zertifizierungsmechanismus, Förderung von Innovation. Anstatt die berühmten Kalamata-Oliven einfach nur in ein Glas zu füllen, sollten Produktvarianten entwickelt werden, wie z. B. verzehrfertige, kochfertige oder Convenience-Verpackungen.

3. Steigerung der Exportmengen und Senkung der Kosten: Schaffung von 2 bis 3 neuen groß angelegten Verarbeitungs- und Verpackungsanlagen in der Nähe der Rohstoffquellen, um Transportkosten zu vermeiden.

4. Zugang zu den Zielmärkten stärken: Gründung eines Großunternehmens im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP), um die auftretenden Probleme beim Zugang zu den Zielmärkten zu bewältigen und Groß- und Einzelhandelsnetzwerke aufzubauen und zu pflegen. Das Unternehmen sollte als Dachorganisation für alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse fungieren.

Es klingt so, als könnten die herausragenden Produkte von Mutter Erde das Aushängeschild für den Wiederaufschwung Griechenlands sein, und es ist eine große Chance, viele Verkrustungen der Vergangenheit zu überwinden und einen großen Sprung nach vorne zu machen. Dem Bericht zufolge sollte Griechenland Olivenöl und Oliven zusammen mit anderen Produkten schnell auf die Entwicklungsagenda setzen und so den entscheidenden Unterschied machen.