Libyens neues Öl stammt aus der Ölgewinnung durch Pressverfahren, nicht aus Bohrungen
Libyen strebt danach, sich als neuer Akteur in der Olivenölbranche zu etablieren und sein Olivenöl nach Europa zu exportieren.
Nachdem Libyen nach dem Sturz des Regimes in eine neue Ära eingetreten ist, möchte das Land seine Einnahmequellen diversifizieren, um nicht mehr vollständig von Kohlenwasserstoffen abhängig zu sein. Die Libyer wenden sich der Landwirtschaft zu, um den in den vergangenen Jahrzehnten vernachlässigten Agrarsektor wiederzubeleben.
Olivenbäume sind in dem Land seit der Antike heimisch, und heute gibt es 8 Millionen Bäume, die 32.000 Tonnen Olivenöl liefern, womit das nordafrikanische Land weltweit den 12. Platz unter den Olivenölproduzenten einnimmt.
Laut dem Libya Herald strebt die Regierung an, den Olivenölsektor zu stärken und Maßnahmen zu ergreifen, um libysches Olivenöl auf europäische Märkte zu exportieren. Damit dies realisierbar wird, sollen eine Marketingstrategie und ein „nationales Label“ entwickelt werden, um die Herkunft des Öls zu kennzeichnen. Befürworter hoffen, dass es sich in den Köpfen der Verbraucher auf ausländischen Märkten als Qualitätssiegel etablieren wird. Bislang gab es in Libyen praktisch keine Olivenölexporte, da nur einige einzelne Landwirte diese Aufgabe übernommen haben und keine Daten verfügbar sind. Im Jahr 2010 wurden laut dem Länderprofil von Index Mundi 1.000 Tonnen Olivenöl exportiert.
Die Landwirte experimentieren nun mit der spanischen Sorte Arbequina, und die Ergebnisse sind vielversprechend. Die Arbequina liefert sehr aromatische Früchte, und es scheint, dass ihre relativ geringe Größe und Widerstandsfähigkeit sie zum richtigen Baum für das Klima machen. Nur 2 Prozent der 680.000 Quadratmeilen Libyens sind Ackerland, daher ist jeder Zentimeter wertvoll, und die Bäume sowie die Anbaumethoden müssen den bestmöglichen Ertrag liefern.
Vor kurzem haben Libyen und die FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) ein Kooperationsprogramm gestartet, um den Agrarsektor des Landes zu entwickeln und die Ernährungssicherheit zu verbessern, wobei die Interessengruppen die Landwirte, Fischer, Händler und Verbraucher sind.
- Libya Herald, „Vergessen Sie das Öl, wie sieht es mit dem Olivenöl aus?“
- Index Mundi, Libyens Olivenölexporte nach Jahr
- Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen Agrifeeds, „Libyen und die FAO bekräftigen ihr Engagement für die Entwicklung der Landwirtschaft und die Ernährungssicherheit des Landes“