Olivenblattmotte bedroht brasilianische Ernten: Forscher suchen nach Lösungen
Brasilianische Forscher haben eine zweigleisige Lösung zur Bekämpfung des Olivenblattmottenbefalls gefunden: ein neues umweltfreundliches Insektizid und den gezielten Einsatz einheimischer Wespenarten als natürliche Fressfeinde.
Zwei von brasilianischen Forschern durchgeführte Studien skizzieren neue Methoden zur Bekämpfung von Befall durch den Olivenblattmotten, der in den Olivenhainen des südlichsten Bundesstaates Rio Grande do Sul weit verbreitet ist.
Die Larven des Olivenblattmotten, auch bekannt als Palpita forficifera, ernähren sich von jungen Olivenblättern und Zweigen und beeinträchtigen so die Entwicklung neu gepflanzter Bäume.
Derzeit bekämpfen die Erzeuger den Befall, nachdem Larven entdeckt wurden, durch das Versprühen von Insektiziden. Allerdings sind nur wenige synthetische Insektizide beim brasilianischen Ministerium für Landwirtschaft und Viehzucht zugelassen.
Siehe auch: Studie legt nahe, dass Stinkwanzen für mysteriösen Fruchtfall in Italien verantwortlich sindDaher führten die Forscher separate Studien zur Wirksamkeit eines pflanzlichen Insektizids zur Populationsbekämpfung und zur Einführung eines gezielten Raubtiers durch. Ihre Ergebnisse wurden auf der zweiten lateinamerikanischen Olivenölkonferenz vorgestellt, die in Montevideo, Uruguay, stattfand.
In der ersten Studie testeten die Forscher ein pflanzliches Insektizid mit Oxymatrin als Wirkstoff im Vergleich zu einem gängigen synthetischen Insektizid mit Spinetoram als Wirkstoff.
Sie stellten fest, dass das auf Oxymatrin basierende pflanzliche Insektizid bei den Larven des Olivenblattmotten ähnlich wirkte wie das synthetische Insektizid, bei den adulten Tieren jedoch weniger wirksam war.
„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das pflanzliche Insektizid eine umweltfreundliche und geeignete Option für die Bekämpfung von P. forficifera sein könnte, da es ähnliche Sterblichkeitsraten wie das synthetische Insektizid bewirken kann“, schrieben sie. „Feldversuche in kommerziellen Olivenplantagen werden empfohlen, um die Wirkung von Oxymatrin auf P. forficifera besser zu ermittelen.“
In der zweiten Studie, die in vitro durchgeführt wurde, untersuchten die Forscher, ob Darwin-Wespenarten einen natürlichen Parasitismus auf die Olivenraupe ausüben können. Dies bot den Erzeugern in Rio Grande do Sul, der größten Olivenöl-Anbauregion des Landes, und im benachbarten Santa Catarina ein neues Instrument des integrierten Pflanzenschutzes.
Den Forschern zufolge wurden die beiden Darwin-Wespenarten – Eiphosoma sp. nov. und Temeluche sp. nov. – erst kürzlich im Süden Brasiliens entdeckt, und bisherige Studien haben nicht untersucht, ob sie Olivenraupen auf natürliche Weise jagen.
Die Forscher sammelten Larven der Olivenraupe aus Olivenhainen in Chapecó (Santa Catarina) und Pelotas (Rio Grande do Sul), bevor sie Larven der beiden Darwin-Wespenarten einbrachten und die befallenen Proben zur Inkubation stehen ließen.
Nach 14 Stunden Inkubation schlüpften Larven beider Darwin-Wespenarten aus den Larven der Olivenraupen, was darauf hindeutet, dass sie die Raupen in einer unkontrollierten Umgebung auf natürliche Weise jagen könnten.
Forscher in Italien haben ähnliche Studien durchgeführt, um festzustellen, ob Samurai-Wespen wirksame natürliche Raubtiere der braunen Marmorierten Stinkwanze sein könnten, einem Überträger des tödlichen Bakteriums Xylella fastidiosa.
Ihre Ergebnisse deuteten darauf hin, dass die Wespe in einer Region im Norden des Landes über ein Drittel der Stinkwanzen-Eier effektiv parasitierte.
Ähnliche Untersuchungen in Südspanien ergaben, dass iberische Ameisen in Olivenhainen auf natürliche Weise Larven der Olivenmotte jagen, ohne das übrige Ökosystem zu stören.
„Diese Ergebnisse sind wichtig für die Erforschung der natürlichen biologischen Bekämpfung der Olivenraupe in Olivenhainen“, schlussfolgerten die Forscher.