Olivenöl von pakistanischem Einfuhrverbot ausgenommen

Das Einfuhrverbot zielt in erster Linie auf Luxusgüter ab, um das massive Handelsdefizit des Landes zu verringern. Olivenöl könnte jedoch in Zukunft ebenfalls davon betroffen sein.

Der pakistanische Verband der FMCG-Importeure protestiert vehement gegen die Entscheidung der Regierung in Islamabad, die Einfuhr von Dutzenden von Lebensmitteln und Waren, die als „nicht lebensnotwendig“ gelten, auszusetzen.

Die Entscheidung der Regierung wurde letzte Woche als Teil eines Pakets dringender Maßnahmen angekündigt, die erforderlich sind, um die schwankende Wirtschaft des Landes zu stabilisieren.

(Für) all jene nicht lebensnotwendigen Luxusgüter, die von der breiten Öffentlichkeit nicht genutzt werden, wurde ein vollständiges Einfuhrverbot verhängt. Im Land herrscht eine Notsituation. – Marriyum Aurangzeb, pakistanische Informationsministerin

Derzeit sind Speiseöle und Olivenöle nicht von dem Verbot betroffen, wobei die vollständige Liste der verbotenen Artikel ständig aktualisiert wird.

Zu den verbotenen Lebensmitteln gehören Nudeln, Saucen, Fisch, Tiefkühlkost, Obst, Trockenfrüchte, Säfte, Marmeladen und Gelees. Weitere verbotene Waren sind Autos, Schuhe, Teppiche, Möbel, Küchenutensilien, Schokolade, Musikinstrumente und Kosmetika.

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Informationsministerin Marriyum Aurangzeb erklärte gegenüber den Medien, dass die Anordnung „alle nicht lebensnotwendigen Luxusgüter, die von der breiten Öffentlichkeit nicht genutzt werden, umfasst und deren Einfuhr vollständig verboten wurde“.

„Im Land herrscht eine Notsituation“, fügte sie hinzu. Es ist nicht bekannt, wie lange das Verbot gelten wird.

Der lokale Importeurverband warnte, dass die plötzliche Entscheidung der Regierung den gesamten Importsektor zerstören werde, wobei ein Einbruch der Einnahmen aus Steuern und Zöllen zu erwarten sei.

Vertreter der PFIA wiesen darauf hin, dass Tausende von Unternehmen, die regelmäßig Steuern zahlen, infolge des Verbots zur Schließung gezwungen sein werden, während Hunderttausende Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren werden, was weitreichende sozioökonomische Folgen haben wird.

Da das Verbot auch Tierfutter betrifft, kam es in Karatschi zu einer großen Protestkundgebung. Laut lokalen Medien hat eine Koalition aus Lebensmittelimporteuren, Tierärzten, Einzelhändlern und Tierhaltern die Aufhebung des Verbots für Tierfutter gefordert.

Laut Aurangzeb werden das Einfuhrverbot der Regierung und andere Sparmaßnahmen dazu beitragen, jährlich bis zu 5,6 Milliarden Euro einzusparen. Der Minister fügte hinzu, dass das Einfuhrverbot Einsparungen von bis zu 470 Millionen Euro bringen dürfte.

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Laut lokalen Medien entfielen 62 Prozent der gesamten Importkosten im April, etwa 3,75 Milliarden Euro, auf Treibstoff, Lebensmittel, landwirtschaftliche Erzeugnisse und Chemikalien.

Die sich verschärfende Wirtschaftskrise lähmt das Land und ist einer der Hauptgründe für die Absetzung des ehemaligen Premierministers Imran Khan durch ein Misstrauensvotum im vergangenen Monat.

Das Land verhandelt derzeit mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über eine Sonderfinanzierung, deren Gewährung von der Fähigkeit des Landes abhängt, Wirtschaftsreformen einzuleiten.

„Die lebensnotwendigen Güter der Mittelschicht dürfen nicht angetastet werden, daher muss die Last durch eine Einschränkung des Konsums der Eliten getragen werden“, erklärte der Wirtschaftsanalyst Asif Arshalan H. Soomro gegenüber Gulf News.

„Jede noch so kleine Maßnahme hilft kurzfristig, da wir unter Zeitdruck stehen“, fügte er hinzu. „Selbst eine Einsparung von 500 Millionen Dollar (470 Millionen Euro) pro Monat ist wichtig, denn das bedeutet, mit dem IWF über weitere 500 Millionen Dollar zu verhandeln, die mit zusätzlichen Auflagen verbunden wären.“

Laut der Times of India übersteigt Pakistans Leistungsbilanzdefizit 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, wobei die Importkosten in den letzten zehn Monaten auf 61,4 Milliarden Euro gestiegen sind, während die Exporte nur 24,6 Milliarden Euro betrugen.

Auch die Währungsreserven schwinden rapide und sind von 15,3 Milliarden Euro Ende Februar auf 9,4 Milliarden Euro im Mai gesunken.