Spanien setzt trotz Trumps Wahlsieg auf die steigende Nachfrage in Nordamerika
Die spanische Olivenölbranche ist entschlossen, den nordamerikanischen Markt zu erobern und neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen – trotz des durch die Wahl von Donald Trump ausgelösten unsicheren wirtschaftlichen Klimas.
Die spanische Olivenölbranche ist entschlossen, den nordamerikanischen Markt zu erobern und neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen – trotz des durch die Wahl von Donald Trump ausgelösten unsicheren wirtschaftlichen Klimas.
Der Milliardär wurde durch seinen Sieg bei den Wahlen am 8. November zum designierten Präsidenten, entgegen den Prognosen politischer Beobachter. Die Nachricht von seiner Wahl stieß weltweit vor allem auf Schock und Fassungslosigkeit.
Politiker, Unternehmen und Laien sind gleichermaßen besorgt über Trumps harte protektionistische Haltung. Tatsächlich lässt sich die wirtschaftspolitische Haltung des künftigen US-Präsidenten mit dem Slogan „America first“ zusammenfassen. Er hat sich selbst als „Neo-Isolationisten“ bezeichnet, der sich entschieden gegen liberale, orthodoxe Wirtschaftspolitik und -abkommen ausspricht.
Trumps protektionistischer Ansatz in der Wirtschaftspolitik dürfte sich auf die spanischen Olivenölexporte nicht so stark auswirken wie auf andere Länder. Tatsächlich sind Chinas und Mexikos Trumps größte Konkurrenten im wirtschaftlichen Wettbewerb; er hat angekündigt, die Zölle für diese beiden Länder zu erhöhen, um das seiner Ansicht nach bestehende Handelsungleichgewicht zu beseitigen, das amerikanische Arbeitsplätze gekostet habe.
Spanien wird wahrscheinlich nicht so stark unter den erhöhten Zöllen leiden, und wie ein Wirtschaftsexperte betonte: „Donald Trump kann einige Handelsabkommen kippen. Die Globalisierung kann er nicht kippen.“
Die spanischen Olivenölerzeuger blicken weiterhin optimistisch auf die Geschäftsmöglichkeiten in Nordamerika, wo die Nachfrage nach spanischem Olivenöl in den letzten Jahren stetig gestiegen ist.
Und in Kanada sind die Importe von spanischem Olivenöl laut einer Studie von ICEX España Exportación e Inversiones zwischen 2011 und 2015 um 44 Prozent gestiegen. Kanada deckt seinen gesamten Olivenölverbrauch durch Importe.
Kanadas Provinz mit dem größten Olivenölverbrauch ist Québec – ein multikultureller Hotspot, in dem die Einwohner die gesundheitlichen Vorteile von Olivenöl schon seit langem kennen und es in großem Umfang verwenden. Die Studie stellte außerdem fest, dass die größten Chancen für spanische Exporteure in der Produktion von nativem Olivenöl extra liegen.
Noch größere Chancen sehen spanische Exporteure jedoch in den Vereinigten Staaten, wo ihr Geschäft zwischen 2011 und 2015 um satte 145 Prozent gewachsen ist. Laut Pedro J. Dominguez, Geschäftsbereichsleiter bei Nielsen, ist Spanien bereits der größte Olivenöllieferant der USA.
Infolgedessen haben spanische Olivenölproduzenten und Branchenführer beharrliche Anstrengungen im Rahmen von Werbekampagnen unternommen, um ihren Marktanteil in den USA zu steigern.
Tennis-Superstar Rafael Nadal fungiert seit 2015 als spanischer Olivenöl-Botschafter. Enrique Delgado, Generalsekretär von Infaoliva, bestätigte, dass die spanische Industrie Olivenöl auf dem US-Markt stark bewirbt und dies auch weiterhin tun wird, ganz gleich, wer im Oval Office sitzt.