Die türkischen Olivenölexporte nach Australien steigen im Zuge strategischer Handelsbemühungen sprunghaft an

Ein türkischer Erzeugerverband erklärte, dass die bilateralen Handelsgespräche maßgeblich zum Anstieg der Olivenölexporte um 162 Prozent und zum Anstieg der Tafelolivenexporte nach Australien um 85 Prozent beigetragen hätten.

Laut dem Verband der Oliven- und Olivenölexporteure der Ägäis (EZZIB) haben sich die türkischen Exporte von Tafeloliven und Olivenöl nach Australien im Erntejahr 2024/25 mehr als verdoppelt.

Dieser Anstieg ist Teil der Strategie des türkischen Handelsministeriums, den Exportmarkt von Europa weg zu diversifizieren, auf das wertmäßig fast 58 Prozent der Olivenölexporte entfallen.

Die Strategie umfasste eine Handelsdelegation nach Australien im September 2024, bei der 11 Unternehmen mehr als 100 bilaterale Treffen mit Importeuren abhielten.

Siehe auch: Türkische Tafelolivenexporte sollen Rekordwert von 250 Millionen US-Dollar erreichen

Laut EZZIB stiegen die Olivenölexporte um 162 Prozent von 1,7 auf 4,6 Millionen australische Dollar (950.000 € auf 2,6 Millionen €) gestiegen seien, während die Tafeloliven-Exporte um 85 Prozent auf 1,45 Millionen australische Dollar (810.000 €) gestiegen seien.

Eine Rekorderntes im Erntejahr 2024/25, verbunden mit der Aufhebung eines Verbots für den Export von Olivenöl in Großgebinden und den Handelsmissionen, gehören zu den Gründen für den dramatischen Anstieg.

„Das Interesse an gesunden Lebensmitteln ist in Australien extrem hoch“, fügte Emre Uygun, der Vorsitzende der EZZIB, hinzu. „Oliven und Olivenöl gehören zu den bekanntesten und beliebtesten Produkten bei australischen Verbrauchern“, mit einem jährlichen Importvolumen von rund 200 Millionen australischen Dollar (111 Millionen Euro).

Wir kommen unserem Ziel, einen Marktanteil von 20 Prozent in Australien zu erreichen, stetig näher“, fügte Uygun hinzu.

Er wies ferner darauf hin, dass dieser Erfolg in einer Zeit, in der die weltweiten Olivenölpreise um mehr als 50 Prozent gefallen sind und die Gesamtexporte der Türkei um 39 Prozent zurückgegangen sind, besonders wertvoll ist.

Daten der Weltbank zeigen, dass die Türkei im Jahr 2023 der viertgrößte Exporteur nach Australien war und 3,6 Prozent des Gesamtwerts sowie 4,5 Prozent des Gesamtvolumens an nativem und extra nativem Olivenöl ausmachte. Spanien, Italien und Griechenland sind Australiens größte Lieferanten von Olivenöl.

Andererseits war Australien im Jahr 2023 der elftwichtigste Markt für türkische Exporteure und machte weniger als 1 % der gesamten Exporte von nativem und extra nativem Olivenöl nach Wert aus.

Spanien ist das Hauptziel für die Exporte von nativem und extra nativem Olivenöl aus der Türkei und macht etwas weniger als die Hälfte des Gesamtvolumens aus, gefolgt von den Vereinigten Staaten, Italien und Saudi-Arabien. 

Die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern im Bereich Tafeloliven verlaufen ähnlich: Die Türkei ist der viertgrößte Exporteur nach Australien, das den 23. Platz unter den wertvollsten Märkten für türkische Tafeloliven einnimmt.

Laut EZZIB haben sich die Exporte von schwarzen Oliven nach Australien fast verdoppelt und stiegen von 613.000 auf 1,2 Millionen australische Dollar (340.000 € auf 670.000 €). Unterdessen stiegen die Exporte von grünen Oliven um 50 Prozent und erreichten 261.000 australische Dollar (145.000 €).

Uygun sagte, die in Australien abgehaltenen bi­la­te­ralen Geschäfts­treffen hätten „eine be­de­ut­en­de Rolle für den Er­folg“ der Stei­gerung der Exporte von Olivenöl und Tafeloliven gespielt. Er plant bereits eine weitere Handels­del­e­ga­tion nach Kanada im September.

Daten der Weltbank zeigen, dass Kanada im Jahr 2023 mit einem Wert von 10,7 Millionen Euro der sechstwichtigste Markt für türkische Exporte von nativem und extra nativem Olivenöl war und der vierzehntwichtigste Markt für Tafelolivenexporte.