Weltweite Olivenölproduktion geht zurück, brasilianische Importe stark rückläufig

Die neuesten Zahlen des Internationalen Olivenölrats lassen nach Jahren des Wachstums einen Produktionsrückgang von 7 Prozent sowie deutlich geringere Importe Brasiliens erwarten.

Nach neuen Zahlen des Internationalen Olivenölrats (IOC) wird die weltweite Olivenölproduktion im neuen Erntejahr voraussichtlich leicht auf 2.918.000 Tonnen zurückgehen, was einem Rückgang von 7 Prozent gegenüber dem kürzlich abgeschlossenen Erntejahr 2015/16 entspricht.

Schätzungen zufolge beläuft sich die Produktion der IOC-Mitgliedsländer auf 2.723.500 Tonnen: 93 Prozent der weltweiten Gesamtproduktion. Dies entspricht einem Rückgang von 8 Prozent gegenüber der vorangegangenen Saison.

Die Produktion in den EU-Mitgliedstaaten wird sich auf 2.098.500 Tonnen belaufen, wobei Spanien mit 1.380.000 Tonnen der größte Produzent ist, nur geringfügig weniger als im Erntejahr 2015/16 (-1 Prozent).

Italiens prognostizierte Ernte von 330.000 Tonnen entspricht einem deutlicheren Rückgang um 30 Prozent. Auch in Griechenland wird mit 260.000 Tonnen ein Rückgang um 19 Prozent erwartet, während Portugal einen Anstieg um 1 Prozent auf 110.000 Tonnen verzeichnen wird.

Was die IOC-Mitgliedsländer außerhalb Europas betrifft, so wird die Produktion für die Erntesaison 2016/17 auf 625.000 Tonnen geschätzt, 3 Prozent weniger als im Vorjahr.

Während für die Türkei eine größere Ernte von 177.000 Tonnen (+24 Prozent) prognostiziert wird, wird die Produktion in Tunesien mit einer Ernte von 100.000 Tonnen um 29 Prozent niedriger ausfallen. Auch in Algerien wird ein Rückgang um 11 Prozent zu verzeichnen sein, während die Produktion in Jordanien um 22 Prozent zurückgehen wird. Für die anderen IOC-Mitgliedsländer wird erwartet, dass die Zahlen ein konstantes Niveau oder einen leichten Rückgang im Vergleich zur vorangegangenen Saison zeigen werden.

Die Zahlen wurden dem IOC von seinen Mitgliedern zur Verfügung gestellt und basieren lediglich auf Schätzungen, da es im Erntejahr noch zu früh ist, um ein klares Bild zu haben, und die bevorstehende Ernte von den Wetterbedingungen abhängt. Das IOC wird bis Ende November neue Daten veröffentlichen, die ein höheres Maß an Genauigkeit bieten werden.

Die für die ersten zehn Monate der Saison 2015/16 (Oktober 2015 – Juli 2016) zeigen einen Anstieg von 10 Prozent in Australien, 11 Prozent in China, 2 Prozent in den Vereinigten Staaten und 1 Prozent in Kanada im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Einige Länder haben in diesem Zeitraum jedoch weniger Olivenöl importiert, wobei der stärkste Rückgang in Brasilien zu verzeichnen war: 31 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch Japan verzeichnete einen Rückgang um 9 Prozent, während Russland 1 Prozent weniger als im Vorjahr importierte. Innerhalb der EU sind die Intra-EU-Einkäufe um 8 Prozent zurückgegangen, während die Extra-EU-Importe um 51 Prozent sanken.

Ein weiterer bemerkenswerter Trend ist der Anstieg der Erzeugerpreise für natives Olivenöl extra in Spanien und Italien. In Spanien sind die Preise Ende September auf 3,18 € pro Kilogramm gestiegen, während sie in Italien 3,92 € pro Kilogramm erreichten.