FDA überdenkt Kriterien für die Angabe „gesund“
Die FDA wird ihre Vorschriften zu nährwertbezogenen Angaben, einschließlich der Verwendung des Begriffs „gesund“, neu bewerten.
In den letzten Jahren hat sich der Washingtoner Anwalt Creighton „Chip“ Magid einen Namen gemacht, indem er die FDA wegen einiger fragwürdiger Richtlinien zur Rede stellte.
Als Partner der internationalen Anwaltskanzlei Dorsey & Whitney und Leiter ihres Büros in Washington D.C. arbeitet Magid mit Mandanten zusammen, um deren Haftungsrisiken zu verringern und ihnen dabei zu helfen, sich im bundesstaatlichen Regulierungssystem zurechtzufinden, insbesondere im Zusammenhang mit der US-amerikanischen Verbraucherschutzbehörde (Consumer Product Safety Commission).
In einer kürzlich erfolgten Kehrtwende der FDA wurde die Verpflichtung zur Kennzeichnung von Produkten mit mehr als 1 Gramm gesättigtem Fett aufgehoben, nachdem KIND, der Hersteller von Riegeln, deren Nussanteil zu einem höheren Fettanteil führte, sich dagegen gewehrt hatte.
In einem Artikel vom Mai 2016 auf Lifeextension.com erklärte Magid, KIND habe lediglich „auf die Absurdität der Position der FDA hingewiesen und die Entwicklung der Ernährungswissenschaft in den letzten zwei Jahrzehnten aufgezeigt“. Was den hohen Fettgehalt angeht, so merkte das Unternehmen an, dass dieser auch bei Avocados und Lachs zu finden sei.
Laut Magid spielt nun ein größeres Bild eine Rolle, da der Fall KIND die FDA gezwungen hat, ihre Standards für die Einstufung von Lebensmitteln als „gesund“ zu überprüfen.
Die individuelle Prüfung der Nährstoffgehalte von Produkten, anstatt sie als Teil einer Unterkategorie wie „Fette“ zu betrachten, sei der praktische nächste Schritt, merkt er an, und er verweist auf einige beunruhigende Belege dafür, dass „Fett ist ungesund“ ein Grundsatz war, der von der Lobby der Zuckerindustrie vorgebracht wurde.
Die FDA erklärt nun, dass sie ihre Vorschriften bezüglich nährwertbezogener Angaben, einschließlich der Verwendung des Begriffs „gesund“, tatsächlich neu bewerten wird – basierend auf der sich weiterentwickelnden Ernährungsforschung, die weiterhin zeigt, dass bestimmte Fette wie natives Olivenöl extra nicht nur nahrhaft sind, sondern auch erstaunliche gesundheitliche Vorteile bieten.
„Der Schritt der FDA wird wahrscheinlich zu einer Pause in den umfangreichen Rechtsstreitigkeiten gegen die Lebensmittelindustrie wegen angeblich irreführender ‚gesunder‘ Kennzeichnungen führen, da die Gerichte darauf warten, dass die FDA Stellung bezieht“, fügt Magid hinzu.