Die mediterrane Ernährung könnte der US-Wirtschaft Milliarden einsparen
Eine neue Studie hat die Kosteneffizienz der mediterranen Ernährung aufgezeigt.
Eine Studie, die Anfang dieses Monats auf der Jahrestagung der
American Society for Nutrition
vorgestellt wurde, ergab, dass die Vereinigten Staaten jährlich mehr als 20 Milliarden Dollar einsparen könnten, wenn sich zwanzig Prozent der erwachsenen Bevölkerung an eine mediterrane Ernährung
halten würden.
Unsere Forschung hat gezeigt, dass moderate, realistische Anpassungen an ein gesundes Ernährungsmuster im US-amerikanischen und mediterranen Stil auf Bevölkerungsebene zu erheblichen wirtschaftlichen Vorteilen führen können. –
Frühere Forschungen konzentrierten sich auf bestimmte Erkrankungen, doch die aktuelle Studie analysierte umfassend die gesundheitsbezogenen Kosten im Zusammenhang mit Herzerkrankungen, Diabetes, Krebs sowie anderen chronischen Erkrankungen.
Die Studie analysierte zudem die wirtschaftlichen Auswirkungen einer verstärkten Einhaltung einer gesunden Ernährung.
Die beiden in der Studie berücksichtigten Ernährungsweisen waren der Healthy Eating Index (HEI), der die Übereinstimmung mit den Ernährungsrichtlinien für Amerikaner misst, und die mediterrane Ernährung. Die mediterrane Ernährung ist eine von drei Ernährungsweisen, die in den Ernährungsrichtlinien für Amerikaner enthalten sind.
Die Ergebnisse der vom National Dairy Council finanzierten Studie wurden auf der Jahrestagung in Boston von Carolyn Scrafford, einer leitenden Wissenschaftlerin bei Exponent, einem wissenschaftlichen Beratungsunternehmen, vorgestellt.
In Bezug auf die mediterrane Ernährung ergab die Studie, dass der durchschnittliche erwachsene US-Amerikaner 3,5 von 9 Punkten auf dem MED-Score erreicht, der zur Bewertung der Einhaltung der mediterranen Ernährung verwendet wird. Die Studie ergab, dass eine Steigerung dieser Einhaltung um zwanzig Prozent der US-Wirtschaft jährlich etwa 21–26 Milliarden US-Dollar an gesundheitsbezogenen Kosten einsparen könnte.
Die niedrigere Schätzung umfasste Einsparungen im Zusammenhang mit Brust-, Darm- und Prostatakrebs sowie koronarer Herzkrankheit, Schlaganfall, Typ-2-Diabetes, Hüftfrakturen und Alzheimer. Die höhere Schätzung bezog zusätzlich alle anderen Krebsarten in die oben genannten Erkrankungen ein.
Die Studie prognostizierte, dass die jährlichen Einsparungen 112–135 Milliarden Dollar erreichen könnten, wenn die Amerikaner die Einhaltung der Mittelmeerdiät auf achtzig Prozent steigern würden.
Was die Einhaltung des HEI betrifft, so zeigte die Studie, dass der durchschnittliche Amerikaner diesen zu etwa 60 Prozent befolgte. Würde dieser Anteil auf 72 Prozent gesteigert, könnte dies der US-Wirtschaft jährlich 30–47 Milliarden US-Dollar einsparen. Es wurde prognostiziert, dass die Wirtschaft jährlich 52–82 Milliarden US-Dollar einsparen könnte, wenn der durchschnittliche erwachsene Amerikaner seine HEI-Einhaltung auf 80 Prozent steigern könnte.
Der Studie zufolge beruhte fast die Hälfte der prognostizierten Einsparungen auf einer Senkung der Kosten im Zusammenhang mit Herzerkrankungen, die laut den Forschern in den USA weit verbreitet, kostspielig und stark von der Ernährung beeinflusst sind. Sie wiesen darauf hin, dass bereits kleine Verbesserungen der Ernährungsqualität zu bedeutenden Kosteneinsparungen führen könnten.
„Die Resonanz auf diese Forschung war sowohl auf der Nutrition 2018-Konferenz als auch danach insgesamt sehr positiv“, sagte Scrafford gegenüber Olive Oil Times.
Als Auslöser für ihre Forschung erklärte Scrafford: „Es setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass Ernährungsgewohnheiten für die Vorhersage von Gesundheitsergebnissen relevanter sein könnten, da einzelne Nahrungsbestandteile nicht isoliert konsumiert werden und potenzielle Synergieeffekte auf die Gesundheitsergebnisse bestehen.
„Wir wollten die potenziellen Auswirkungen auf die Gesundheitskosten quantifizieren, wenn die erwachsene Bevölkerung der USA ihre Einhaltung der Ernährungsmuster verbessern würde, die im Rahmen der jüngsten Ernährungsrichtlinien für Amerikaner empfohlen werden“, sagte sie in Bezug auf die Ernährungsrichtlinien für Amerikaner 2015–2020. Die Ernährungsrichtlinien für Amerikaner werden alle fünf Jahre gemeinsam vom Gesundheitsministerium und dem Ministerium für Gesundheit und Soziales veröffentlicht.
Scraffords Team analysierte veröffentlichte wissenschaftliche Literatur, um aktuelle Statistiken aus mehreren Studien zu Zusammenhängen zwischen bestimmten chronischen Erkrankungen und der Einhaltung des HEI sowie der Mittelmeerdiät zu ermitteln.
Sie schätzten die mit diesen Gesundheitszuständen verbundenen Kosten, indem sie Fallberichte untersuchten und Daten verschiedener renommierter Gesundheitsorganisationen wie der American Heart Association und der American Diabetes Association heranzogen.
Bei den berechneten Kosten handelte es sich um direkte Kosten wie Arztkosten und indirekte Kosten wie Lohnausfälle.
„Unsere Forschung hat gezeigt, dass bescheidene, realistische Veränderungen hin zu einer gesunden Ernährung nach US-amerikanischem und mediterranem Vorbild auf Bevölkerungsebene zu erheblichen wirtschaftlichen Vorteilen führen können“, erklärte Scrafford gegenüber Olive Oil Times.
Scrafford zeigte sich optimistisch, was Ernährungsumstellungen bei den Amerikanern angeht. „Meiner persönlichen Meinung nach ist es auf Bevölkerungsebene durchaus realistisch, mit einer anhaltenden Verbesserung der Ernährungsqualität der erwachsenen US-Bevölkerung zu rechnen.
Andere Forscher haben in den letzten zehn Jahren, gemessen am HEI, signifikante Verbesserungen bei der Einhaltung des gesunden Ernährungsmusters im US-amerikanischen Stil durch die US-Bevölkerung festgestellt“, sagte sie.