Moderate Bewegung und mediterrane Ernährung sind wirksamer beim Abbau von Fettpolstern
Neue Forschungsergebnisse unterstreichen, dass ein gesundes Gewicht mehr als nur die Körpermasse umfasst: Es geht auch darum, wie sich das Fett im Körper verteilt.
Nicht alle Diäten zur Gewichtsreduktion bieten die gleichen Vorteile beim Abbau schädlicher Fettablagerungen im Bauchraum, dem sogenannten viszeralen Fett. Eine als „Central MRI“ bezeichnete Studie
verglich die Auswirkungen der Mittelmeerdiät/Low-Carb-Diät (Med/LC) und einer fettarmen Ernährung mit und ohne körperliche Betätigung auf die Verteilung des Körperfetts. Sie ergab, dass sich die erstgenannte Diät in Kombination mit moderatem Training als überlegen erwies.
Eine moderate, aber beständige Gewichtsabnahme kann dramatisch positive Auswirkungen auf Fettablagerungen haben, die mit Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung stehen.
„Das Wiegen von Patienten oder die Verwendung von Bluttests zur Erkennung von Veränderungen hat uns bisher buchstäblich kein genaues Bild davon geliefert, wie unterschiedlich Fettablagerungen durch Ernährung und Bewegung beeinflusst werden“, sagte die Hauptautorin Iris Shai.
„Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass moderates Training in Kombination mit einer mediterranen/kohlenhydratarmen Ernährung dazu beitragen kann, die Menge bestimmter Fettdepots zu reduzieren, selbst wenn man im Rahmen dieser Bemühungen kein signifikantes Gewicht verliert.“
In der 18-monatigen klinischen Studie untersuchten Shai und ihr Team, wie sich Lebensstilstrategien auf die Fettdepots einer Gruppe von sitzenden Erwachsenen auswirkten, die mäßig übergewichtig bis fettleibig waren. Jeder Teilnehmer wurde nach dem Zufallsprinzip entweder einer mediterranen/kohlenhydratarmen Ernährung mit 28 Gramm Walnüssen pro Tag oder einer isokalorischen fettarmen Ernährung zugewiesen. Die Teilnehmer wurden zudem nach dem Zufallsprinzip gebeten, an einem moderaten Bewegungsprogramm teilzunehmen oder darauf zu verzichten. Die Daten wurden anhand einer umfangreichen Anzahl von Ganzkörper-MRT-Scans erhoben.
Die Ergebnisse zeigten, dass sich die Med/LC-Diät selbst bei nur mäßigem Gewichtsverlust als deutlich wirksamer erwies als eine fettarme Diät, um die Fettspeicherung in besonders ungesunden Bereichen zu reduzieren. Die Kombination des Bewegungsprogramms mit der Diät verringerte die Fettablagerungen um 29 Prozent im Bereich der Leber, um 22 Prozent im Bauchraum und um 11 Prozent im Bereich des Herzens.
Umgekehrt wurden die Fettspeicher in den Nieren, im Hals und in den Oberschenkelmuskeln nur durch den Gewichtsverlust verändert. Die Art der Ernährung spielte dabei keine entscheidende Rolle.
Die Verringerung der Fettspeicherung ging mit positiven gesundheitlichen Auswirkungen einher. Der Rückgang des Leber- und Bauchfetts stand unabhängig voneinander mit einem verbesserten Lipidprofil in Verbindung, während der Rückgang des Bauchfetts die Empfindlichkeit gegenüber Insulin, einem Hormon, das den Blutzucker reguliert, verbesserte.
„Wir haben in dieser Studie gelernt, dass eine moderate, aber anhaltende Gewichtsabnahme dramatisch positive Auswirkungen auf Fettablagerungen haben kann, die mit Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung stehen“, erklärte Shai. „Eine mediterrane Ernährung, reich an ungesättigten Fetten und arm an Kohlenhydraten, war eine wirksamere Strategie als eine isokalorische fettarme Diät, um krankhafte Fettspeicherorte drastisch umzukehren.“
In einem Interview mit Olive Oil Times warnte Carolyn Dean, Ärztin, Naturheilpraktikerin und Mitglied des medizinischen Beirats der Nutritional Magnesium Association, dass Bauchfett das Wohlbefinden auf vielfältige Weise beeinträchtigt.
„Die Ansammlung von Bauchfett stellt eine Gefahr für die Gesundheit dar, da sie chronische Entzündungen im Körper fördert, die nachweislich mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs, Schlaganfall, Demenz und Depressionen in Verbindung stehen. Diese Art von Fett ist toxisch und kann normale hormonelle Funktionen wie Appetit, Gewicht, Stimmung und Gehirnfunktion beeinträchtigen“, sagte sie.
Shai kam zu dem Schluss, dass sich die gesundheitlichen Vorteile, die sich aus einem Trainingsprogramm in Verbindung mit einer Verbesserung der Ernährungsqualität ergeben, nicht allein in einer Verringerung des Körpergewichts widerspiegeln. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Circulation
veröffentlicht.