Weitere Irrtümer über Olivenöl
Die von Saatgut- und Gemüseunternehmen aufgestellten Behauptungen über die gesundheitsfördernde Wirkung von Olivenöl sind unbegründet.

In letzter Zeit sind mehrere Hersteller von Pflanzen- und Samenölen aufgetreten, die behaupten, dass Samenöle weniger gesättigte Fettsäuren enthalten als Olivenöl, und damit suggerieren, dass diese Öle im Vergleich zu Olivenöl die gesündere Wahl seien.
Einer ihrer Hauptargumente ist, dass Olivenöl doppelt so viel gesättigte Fettsäuren enthält wie andere Samen- oder Pflanzenöle. Sie behaupten weiter, dass man durch den Umstieg auf Samen- oder Pflanzenöl die Aufnahme gesättigter Fettsäuren drastisch senken könne. Dies ist aus zwei Gründen problematisch:
1. Die Hauptquellen für gesättigte Fettsäuren sind offensichtlich nicht in Olivenöl zu finden, das zu 75 Prozent aus einfach ungesättigten Fettsäuren (bekannt als „gutes Fett“) besteht. Laut Daten der NHANES (National Health and Nutrition Examination Survey) gehört Olivenöl nicht einmal zu den 25 wichtigsten Quellen für gesättigte Fettsäuren in der amerikanischen Ernährung und trägt weniger als ein Prozent zur Aufnahme gesättigter Fettsäuren bei (es war nicht einmal auf der Liste vertreten).
Die zehn wichtigsten Quellen für gesättigte Fettsäuren in der amerikanischen Ernährung sind: Käse, Pizza, Desserts auf Getreidebasis, Milchdesserts, Hähnchen und Hähnchengerichte, Wurst, Frankfurter, Speck und Rippchen, Burger, mexikanische Gerichte, Rindfleisch und Rindfleischgerichte sowie fettarme Milch. Daher ist das Argument, von Olivenöl auf Pflanzenöl umzusteigen, um die Aufnahme gesättigter Fettsäuren zu reduzieren, schwach und irreführend, wenn man bedenkt, dass die Hauptquellen für gesättigte Fettsäuren im Grunde genommen Junkfood sind.
Wenn man die Aufnahme von gesättigten Fetten reduzieren möchte, wäre es viel effektiver, den Verzehr von Käse, Pizza, Desserts und anderen Lebensmitteln einzuschränken.
2. Die Behauptung, Olivenöl enthalte mehr gesättigte Fettsäuren als ein Samenöl und sei daher gesünder, ist vereinfachend und schlichtweg falsch. Olivenöl ist reich an einfach ungesättigten Fettsäuren und arm an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die mit Entzündungen in Verbindung gebracht werden und von denen Amerikaner und andere westlich geprägte Nationen bereits zu viel über verarbeitete Lebensmittel zu sich nehmen.
Was bei dieser Behauptung verschwiegen wird, ist, dass natives Olivenöl extra mehrere andere Substanzen enthält, vor allem Polyphenole, die für die Vielzahl der positiven Wirkungen verantwortlich sind. Diese Polyphenole sind in anderen Pflanzen- und Samenölen nicht vorhanden, was bedeutet, dass diese keine der mit Olivenöl verbundenen gesundheitlichen Vorteile bieten.